Reiter tritt zurück: bayern verliert ob wegen 90.000-euro-affäre
Dieter Reiter ist raus – und mit ihm schlägt der FC Bayern ein Kapitel zu, das nie hätte beginnen dürfen. Der Münchner Oberbürgermeister legte am Mittwoch alle Ämter im Klub nieder, nachdem seine 90.000-Euro-Nebenverdienst-Saga die Stadt erzittern ließ. 20.000 Euro pro Jahr, seit 2021, keine Genehmigung, kein Transparenz-Veto.

Die affäre in drei sätzen
Die Linke im Stadtrat stellte letzte Woche die entscheidende Frage. Reiter antwortete mit einem Geständnis: Er habe die Zahlungen nicht angezeigt, weil er das bayerische Beamtenrecht offenbar für eine Fußnote hielt. Die Reaktion folgte auf dem Fuße – Shitstorm, parteipolitische Rückendeckung nur halbherzig, Proteste vor dem Rathaus.
Reiter verspricht nun, die komplette Summe zu spenden – 90.000 Euro, versteuert, an zwei soziale Projekte. Doch der Schaden ist längst angerichtet. Sein Ruf als Volksvertreter kollidierte mit dem Image des Millionenklubs, der sich gerade selbst als „gemeinnützig“ deklariert. Die Ironie: Der Mann, der die Stadt auf Schiene halten soll, rutschte auf dem glatten Graspatch des eigenen Versäumnisses aus.
Im Aufsichtsrat der FC Bayern München AG wartet nun ein Vakuum. Alexandra Schörghuber führt den Verwaltungsbeirat kommissarisch, doch wer künftig die Interessen der Metropole in der Allianz-Arena vertritt, steht in den Sternen. Die 680.000 Euro Gesamtvergütung für die neun Aufsichtsräte im laufenden Geschäftsjahr bleibt bestehen – nur einer der Posten ist jetzt unbesetzt. Die lukrative Ehrenstellung wartet auf einen neuen Freiwilligen, der hoffentlich besser liest als Reiter.
Der FC Bayern verliert damit nicht nur einen Gremienplatz, sondern auch ein Stück lokale Seelenpflege. Reiter war Fan seit Kindheitstagen, sein Rücktritt ein Akt der Selbstaufgabe, nicht der Reue. Die Lektion: Amt und Klubkasse vertragen kein Geheimnis. Wer die Stadt lenkt, muss offenlegen, wofür er nachts kassiert – sonst macht ihn der Tag zunichte.
