Reif platzt der kragen: „das ist doch kein echter vertragspoker, schlotterbeck!“
03:04 Uhr, Live-Im Studio von „Reif ist Live“ knallt es. Marcel Reif stemmt den Zeigefinger in die Kamera, sein Gesicht eine Mischung aus Ungläubigkeit und Wut. „Das ist nicht dein Ernst, oder?“, donnert er in Richtung Nico Schlotterbeck. Der BVB-Verteidiger und seine Berater hatten gerade öffentlich gemacht, dass sie die Gehaltsforderung auf 12 Millionen Euro Jahresgehalt plus Boni nach oben geschraubt haben. Reif sofort: „Da wird ein Bundesliga-Profi zum Börsenmakler und verhandelt live mit der ganzen Nation.“
Warum reif diesen poker als farce brandmarkt
Der TV-Experten legt nach: „Vertragsverhandlungen gehören hinter verschlossene Türen. Was wir hier erleben, ist ein Schauspiel, das den Spieler verkonsumiert und den Verein lähmt.“ Für Reif steht fest: Schlotterbecks Forderungen sind nicht nur ambitioniert, sondern realitätsfremd. „12 Millionen? Das wäre eine Gehaltsspitze, die sich selbst Bayern München zweimal überlegt.“ Die Ahnung: Ein Klub wie Borussia Dortmund, der in den letzten Jahren strikt seine Lohnstruktur verteidigt hat, wird diesem Anspruch nicht nachgeben – und dadurch unter Zugzwand geraten.
Reif zieht einen Vergleich zur Leistung: „Schlotterbeck ist kein Alaba, er ist nicht einmal ein Rudiger. Er ist ein guter, aber kein world-class Verteidiger.“ Die Statistik liefert ihm recht: In dieser Saison liegt seine Zweikampfquote bei 56 %, weit entfernt von der Elite. „Wenn man so offensichtlich Schwächen hat, sollte man vielleicht nicht mit Höchstgehältern pokern“, so Reif.

Der zeitpunkt ist perfide
Perfide nennt Reif vor allem den Zeitpunkt: drei Tage vor dem Top-Spiel gegen Leverkusen, mitten im Titelrennen. „Die Jungs in der Kabine schauen sich das an und fragen sich: Spielt der für uns oder für sein Konto?“ Der Psychologie-Effekt sei verheerend. „Teamgeist entsteht durch Gemeinsamkeit, nicht durch Solo-Ego-Trips.“
Reif prophezeit: „Watzke und Kehl werden dieses Spiel nicht mitspielen. Entweder Schlotterbeck unterschreibt bei marktüblichen Konditionen – oder er sucht sich einen neuen Arbeitgeber.“ Für den Journalisten ist klar: „Dortmund kann sich keine zweite Mats-Hummels-Rente leisten.“
Die Folgen sind laut Reif absehbar: Ein Wechsel im Sommer, aller Voraussicht nach ins Ausland. „Dortmund wird nicht ein zweites Mal einen Innenverteidiger ziehen lassen, der seine Marktwerte über Nacht in die Höhe treibt.“ Reif schließt mit einem Schmunzeln: „Am Ende gewinnt der Sport – und der zeigt: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben – oder der Verein.“
