Regionalliga-reform: nrw-klubs uneins – kompass oder region?
Die Debatte um die Reform der Regionalligen in Deutschland spitzt sich zu. Während sich über 70 Vereine, darunter auch Bundesligisten, für eine Veränderung stark machen, um allen Meistern den Aufstieg in die 3. Liga zu ermöglichen, scheinen die Klubs in Nordrhein-Westfalen uneins über die beste Lösung zu sein. Zwei Modelle stehen zur Auswahl: das „Kompass-Modell“ und das „Regionen-Modell“, und die Meinungen gehen weit auseinander.

Kürzere wege oder regionale verbundenheit?
Das sogenannte „Kompass-Modell“ verspricht kürzere Wege und somit geringere Fahrtkosten für Mannschaften und Fans. Durch die Aufteilung der Vereine anhand der kürzesten Reiseentfernung sollen attraktive Nachbarschaftsduelle entstehen. Doch für Klubs wie Paderborn, Lotte und Gütersloh würde dies bedeuten, plötzlich in der Regionalliga Nord zu spielen – ein Nachteil für die Vereine aus Westfalen. Im Gegenzug könnten Teams wie Steinbach Haiger oder Eintracht Trier neu in die West-Staffel wechseln.
Das „Regionen-Modell“ hingegen versucht, die bestehenden Gegebenheiten stärker zu berücksichtigen. Allerdings würde diese Variante vor allem die Regionalliga Nordost treffen, die in Nord und Ost aufgeteilt werden müsste. Der dortige Verbandschef, Hermann Winkler, sprach von einem „Affront“ gegenüber seinem Verband und kündigte entschiedenen Widerstand an.
Die Meinungen in der Regionalliga West sind gespalten. Der FC Gütersloh äußerte, dass ihm das Regionen-Modell „etwas näher“ stehe, während die Sportfreunde Siegen „eindeutig zum Kompass-Modell“ tendieren, da es „innovative Neuerungen und interessante Begegnungen“ verspricht. Rot-Weiß Oberhausen bekennte sich ebenfalls zur Kompass-Variante, während der Bonner SC beide Modelle prüfen möchte. Die Entscheidung ist noch längst nicht gefallen, und es bleibt abzuwarten, welche Lösung am Ende durchgesetzt wird.
Die WDFV-Präsident Peter Frymuth betonte, dass die Klubs zunächst bei einer Informationsveranstaltung über beide Modelle aufgeklärt werden müssen, bevor sich der Verband eine endgültige Meinung bilden kann. Eines ist jedoch klar: Die Reform der Regionalligen wird noch für einige hitzige Diskussionen sorgen.
