Regionalliga-reform: bfv droht chaos – 22 drittligisten als rettung?
München – Der Bayerische Fußballverband (BFV) schlägt Alarm: Die angestrebte Reform der Regionalliga droht, das bayerische Fußball-Gebilde auseinanderzureißen. Während der DFB und die Landesverbände fieberhaft an neuen Modellen arbeiten, sieht BFV-Präsident Christoph Kern vor allem eine Gefahr: Die Vernachlässigung der Perspektive für die Regionalliga-Sieger.
Kompassmodell und regionenmodell – keine lösung für bayern
Die von einer Arbeitsgruppe des DFB präsentierten Modelle, das sogenannte Kompassmodell mit KI-gestützter Ligazuteilung und das Regionenmodell, überzeugen den BFV keineswegs. Das Kompassmodell, das Vereine wie Bayreuth und Aubstadt in eine Liga mit Teams aus Thüringen und Sachsen-Anhalt zwängen würde, wird als unsinnig kritisiert. Auch das Regionenmodell, das zwar regionale Bezüge berücksichtigt, wirft Fragen bezüglich der Absteiger aus der Bayernliga auf, wenn kein bayerischer Vertreter in der Regionalliga aufsteigt.
“Wir haben unsere Vereine zusammengeholt und die Ergebnisse vorgestellt. Schnell wurde klar, dass wir das große Rad drehen wollen“, erklärt Kern in einem exklusiven Gespräch mit BR24Sport. Das “große Rad” bedeutet für den BFV: Eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Teams mit fünf Absteigern. Diese Lösung würde, so Kern, viele Probleme gleichzeitig lösen.
Die Forderung nach 22 Teams in der 3. Liga stößt beim DFB auf Widerstand. Laut BFV-Informationen gibt es jedoch breite Zustimmung bei den Vereinen und Verbänden. Tommy Haeder, Sprecher der Initiative “Aufstiegsreform 2025”, sieht in dem Vorstoß des BFV jedoch eine “gezielte Nebelkerze”, die den Reformprozess behindert. “Das wirkt wie eine gezielte Nebelkerze. Es entsteht der Eindruck, dass hier der Prozess der Lösungsfindung bewusst gestört werden soll.”
Kern weist diese Kritik entschieden zurück: “Wir haben in der Arbeitsgruppe Vorschläge unterbreitet, die leider nicht diskutiert wurden. Es war völlig unverständlich, diese Arbeitsgruppe Mitte März zu beenden.” Die Zeit drängt, denn ohne eine tragfähige Lösung für die Regionalliga-Reform droht ein Chaos, das den bayerischen Fußball nachhaltig belasten könnte. Die Forderung des BFV nach einer 22-Teams-3. Liga ist ein verzweifelter Versuch, das Ruder herumzureißen – ob er erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten.

Die entscheidung des dfb wird entscheidend sein
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der DFB bereit ist, auf die Bedenken des BFV einzugehen und die Forderung nach einer 22-Teams-3. Liga zu unterstützen. Andernfalls droht eine Zerrissenheit des bayerischen Fußballs, die langfristige negative Folgen haben könnte. Die Spannung steigt, das Schicksal der Regionalliga hängt in der Schwebe.
