Gummersbachs aufstieg: eine wiederauferstehung der handball-giganten?

Es ist fast surreal: Der VfL Gummersbach, einstiger deutscher Serienmeister und europäischer Pokalsieger, scheint zurückgekehrt zu sein. Der Verein, der in den 90er Jahren das Handball-Double dominierte, präsentiert sich derzeit in einer Form, die an seine glorreichen Zeiten erinnert und die Handball-Bundesliga in Atem hält.

Die siegesserie des jahres: ein rekordlauf

Die siegesserie des jahres: ein rekordlauf

Elf Siege in Folge – ein unglaublicher Wert, den die Mannschaft von Trainer Guðjón Valur Sigurðsson in der stärksten Handball-Liga der Welt vorweisen kann. Der Isländer hat es geschafft, eine junge und hungrige Mannschaft zu formen, die nicht nur punktet, sondern auch begeistert. Aktuell belegen sie den vierten Platz und liegen nur einen Zähler hinter den Füchsen Berlin, was ihnen sogar die Möglichkeit eröffnet, an der Champions League teilzunehmen – ein Szenario, das vor wenigen Jahren noch undenkbar schien.

Sigurðsson selbst scheint noch leicht überrascht von dem Erfolg: „Es ist alles andere als selbstverständlich. Das ist eher etwas, was man von Magdeburg oder Berlin erwartet.“ Er übernahm den Verein 2020 in der 2. Liga und hat ihn seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Die aktuelle Welle des Erfolgs scheint jedoch mehr als nur eine normale Entwicklung zu sein.

„Manchmal ist es im Profisport so, dass man eine Welle trifft“, erklärt Sigurðsson. „Du spielst dich in einen Lauf und versuchst, diese Welle so lange wie möglich zu reiten.“ Doch er mahnt zur Vorsicht: „Wir wissen auch, im Sport kann es genauso schnell in die andere Richtung gehen. Wir sind gut beraten, weiter hart zu arbeiten und von Spiel zu Spiel zu denken.“

Die Aussicht auf die Champions League lässt die Herzen der Gummersbacher Fans höher schlagen. Sigurðsson grinst, wenn er sich an seine eigene Zeit bei den Rheinwesterwäldern erinnert: „Als ich in Gummersbach gespielt habe, waren wir in der Champions League.“ Er spielte dort von 2005 bis 2008 und erreichte 2007 sogar das Viertelfinale. Das war eine Zeit voller Glanz und Erfolg, die der Verein nun wieder aufleben lassen möchte.

Die kommenden Spiele werden entscheidend sein. Berlin, Flensburg und Magdeburg stehen noch auf dem Programm – starke Gegner, die sich ebenfalls um die begehrten Champions-League-Plätze streiten. „Wenn sich die Möglichkeit ergibt, nehmen wir sie an“, betont Sigurðsson. „Wir bleiben aber im Hier und Jetzt und haben noch schwere Aufgaben vor uns.“

Die aktuelle Form des VfL Gummersbach lässt jedoch darauf schließen, dass man sich auf eine spannende und erfolgreiche Saison freuen kann. Die Fans träumen bereits von der Rückkehr auf die europäische Handballbühne. Und wer weiß, vielleicht erleben wir ja bald eine neue Ära des VfL Gummersbach.