Real zaragoza zerbricht nach andrada-skandal: prügel-szene im derby versetzt ganz aragonien in schockstarre

Ein Schlag. Ein Knall. Und plötzlich liegt Jorge Pulido am Boden, das Gesicht blutverschmiert. Der Schlusspfiff im Estadio El Alcoraz war noch nicht ertönt, da hatte Esteban Andrada schon die Nerven verloren – und seinem Gegenspieler mit voller Wucht die Faust ins Gesicht gerammt.

Was danach folgte, war keine Rudelbildung mehr, sondern ein einziges Schlachtfeld. Spieler flogen sich an den Haaren, Schiedsrichter kassierten Beleidigungen, Zuschauer fluchten sich an. Das Derby zwischen SD Huesca und Real Zaragoza war Sekunden zuvor noch ein Fußballspiel, wurde in diesem Moment aber zur Schande des aragonischen Fußballs.

Real zaragoza reagiert mit eisiger strenge

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Der Klub schlug zurück – und das mit der Kälte eines Chirurgen. „Diese Bilder haben unseren Sport beschmutzt“, heißt es im offiziellen Statement, das wenige Stunden nach dem Fiasko veröffentlicht wurde. Andrada wird nicht nur ein Spiele-Sperre drohen, sondern offenbar auch ein internes Berufsverbot. „Wir werden die Vorfälle analysieren und disziplinarische Konsequenzen ziehen“, kündigt der Verein an. Der Argentinier, erst im Winter von Boca Juniors geliehen, dürfte seine letzten Minuten für den Real Zaragoza bereits gespielt haben.

Doch die Wunde sitzt tiefer. Denn das, was sich am Sonntagnachmittag abspielte, war kein Ausrutscher. Es war die Explosion jahrelanger Provokationen, derbester Fouls und ungesühnten Hasses zwischen zwei Nachbarstädten. Pulido hatte Andrada zuvor mehrfals rüde gestoppt, der Torhüter konterte mit verbalem Sprengstoff. Als der Schiri die Rote Karte zückte, war Andrada längst außer sich. Der Faustschlag war keine Reaktion – er war eine Kriegserklärung.

Die Folgen: Andrada flog mit Rot vom Platz, Pulido mit einer Platzwunde ins Krankenhaus. Die Liga leitet ein Disziplinarverfahren ein, die TV-Bilder gehen um die Welt. Und in den sozialen Netzwerken kocht die Wut. „Kinderschande“, schreibt ein Fan. „So etwas braucht der Fußball nicht“, ergänzt ein anderer. Die Wortwahl ist gnadenlos, und sie trifft den Nagel auf den Kopf.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den letzten zehn Jahren hat der spanische Verband 37 Spielsperren wegen körperlicher Übergriffe in Tätlichkeitsfällen ausgesprochen. Der Rekord liegt bei zwölf Partien – Andrada dürfte diese Marke locker knacken. Sein Marktwert? Eingebrochen. Seine Karriere? Auf dem Prüfstand. Sein Ruf? Ruiniert.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Fußball ist Leidenschaft, aber keine Lizenz für Gewalt. Die Bilder von El Alcoraz werden in die Geschichtsbücher eingehen – als abschreckendes Beispiel. Und für Esteban Andrada ist klar: Er hat nicht nur ein Spiel verloren, sondern auch das letzte Quäntchen Respekt. Der Klub wird ihn fallen lassen, die Liga wird ihn bestrafen. Der aragonische Fußball aber wird lange brauchen, um diesen Schlag zu verkraften.