Real madrid wehrt sich gegen valverde-rot: "gelbe karte bei jedem anderen gegner"
Der Real Madrid zieht vor den Richter. Nach der Roten Karte gegen Fede Valverde im heißen Madrider Derby will der Klub Einspruch einlegen. Die Begründung ist brisant: Im Verein ist man überzeugt, dass Referee Munuera Montero die Entscheidung maßgeblich durch die beteiligte Person – nämlich Baena – beeinflussen ließ. „Wäre derselbe Zweikampf mit Koke passiert, gäbe es Gelb, garantiert“, zitieren Insider den Madrider Kapitän.
Der Einspruch kommt nicht aus Überzeugung. Er ist Pflicht. Intern glaubt niemand an eine erfolgreiche Revision, denn die Tat steht auf Video: Valverde tritt Baena das Standbein weg – zwar nicht mit voller Wucht, aber mit Nachdruck. Doch genau hier beginnt die politische Komponente. Im Klub erinnert man sich an den Vorfall im Parkhaus, als Baena Valverde des Angriffs bezichtigte, was nie bewiesen wurde. Seitdem tickt eine Uhr. Jeder Zweikampf zwischen den beiden wird zur tickenden Zeitbombe.
Die angst vor zwei spielen ohne valverde
Valverde feierte gerade seine beste Phase: fünf Tore in den letzten vier Pflichtspielen, darunter das 2:1 gegen Atlético, das fast die Vorentscheidung bedeutet hätte. Eine Sperre von zwei Partien würde ihn gegen Valencia und Arsenal fehlen lassen – genau in der Phase, in der Ancelotti seine Startelf auf Maximum trimmt. Die sportliche Leitung rechnet bereits mit dem Worst Case und probt den Notfallplan: Tchouaméni rückt eine Linie nach vorne, Camavinga übernimmt die rechte Sechs.
Doch die Stimmung im Campo de fútbol ist trotz allem aufgekratzt. Die jüngsten Siege haben das Selbstvertrauen zurückgebracht, die Rückkehr von Mbappé und Bellingham naht, und Militao absolvierte bereits Einheiten mit der Gruppe. Die Rot-Karte wirkt wie ein Störfunken, der die positive Entwicklung bremsen soll – zumindest nach Lesart der Blancos. „Wir kennen das Spielchen“, sagt ein Staff-Mitglied, „wenn’s läuft, kommt irgendwann der Knaller. Diesmal trifft’s Fede.“

Der referee-frust: „systematisch gegen uns?“
Im Büro von José Ángel Sánchez stapelt sich die Mappe mit angeblichen Pfiffen gegen Madrid. Der nicht gegebene Elfmeter für Rayo im Camp Nou, die Valverde-Rot, vergangene Saison die Gelb-Rot gegen Alaba in der Champions League – die Liste ist lang. Ob es tatsächlich System gibt oder nur subjektive Wahrnehmung, spielt keine Rolle. Die Wahrnehmung ist längst zur Realität geworden. „Wenn du jeden Morgen aufstehst und liest, dass der Schiedsrichter gegen dich ist, glaubst du irgendwann daran“, erklärt ein Analyst, der seit zehn Jahren die Statistiken der Liga auswertet.
Fakt ist: Seit 2019 kassierte Real Madrid in LaLiga mehr Rote Karten als jeder andere Klub der oberen Tabellenhälfte – bei gleichzeitig niedrigerer Fouls-Quote. Die Zahlen sind öffentlich einsehbar, trotzdem lautet die Devise im Klub: nicht beschweren, weitermachen. Denn die Meisterschaft wird nicht in Schiedsrichterzimmern entschieden, sondern auf dem Rasen. Und genau dort will Ancelotti in den nächsten Wochen den Beweis antreten, dass seine Mannschaft bereit ist, auch mit zehn Mann zu siegen.
Die Entscheidung des spanischen Verbandes fällt voraussichtlich am Donnerstag. Sollte der Einspruch abgelehnt werden, wird Valverde die Kapitänsbinde an Carvajal übergeben müssen – symbolisch und real. Dann wird er von der Tribüne aus zuschauen, wie seine Kollegen ohne ihn Geschichte schreiben wollen. Die Ironie: Gerade er, der Mann der Stunde, muss jetzt hoffen, dass das System, das ihn aussperrt, nicht auch noch den nächsten Schlag landet. Madrid aber plant bereits mit dem Comeback: am 30. März im heimischen Bernabéu – gegen genau jene Atlético, gegen die alles begann.
