Real madrid: titelträume zerplatzen – spieler schweigen!

Madrid – Das Champions-League-Aus in München hat bei Real Madrid tiefe Wunden hinterlassen. Nach dem dramatischen 3:4 im Rückspiel gegen den FC Bayern herrschte Stille, wo man sie am lautesten erwartet hätte: in der Mixed Zone. Die Spieler, sichtlich geschockt und enttäuscht, vermieden es, sich zu den Gründen für die Niederlage zu äußern – ein ungewöhnliches Bild nach einem so wichtigen Spiel.

Die enttäuschung ist greifbar

Während die Fans noch versuchten, die Ereignisse zu verarbeiten, wirkten die spanischen Journalisten nach rund anderthalb Stunden schon fast verzweifelter als die Spieler auf dem Platz. Zehn Reporter drängten sich in der vorderen Reihe der Mixed Zone, fünfzehn warteten am Ausgang – und erlebten das gleiche Szenario: Spieler, die wortlos vorbeizogen, den Kopf senkten und jede Anfrage ignorierten. Keeper Andriy Lunin war einer der ersten, der die Arena verließ, sein Gesicht spiegelte die bittere Enttäuschung wider. Die knappe 1:2-Niederlage im Hinspiel, gefolgt von dem atemberaubenden 3:4 in München, waren ein herber Schlag.

Antonio Rüdiger, der einzige, der sich kurz an die Journalisten wandte, äußerte sich auf Spanisch, bevor er weiterging. Eder Militao und Jude Bellingham verschwanden ebenfalls ohne ein Wort. Kylian Mbappé nahm noch ein Selfie auf, doch dann war auch er verschwunden. Die Hektik unter den Reportern wuchs, als sie ihre Redaktionen informierten, dass es heute keine Statements geben würde. Stattdessen versuchten sie, die fehlenden Worte durch ihre eigenen Analysen zu füllen.

Arbeloa nimmt die schuld auf sich – xabi alonso

Arbeloa nimmt die schuld auf sich – xabi alonso's verpasste chance

Trainer Alvaro Arbeloa versuchte, die Situation auf der Pressekonferenz zu ordnen: „Es tut einfach weh wegen der Mühen, die meine Mannschaft gegeben hat“, erklärte er mit sichtlich tränenerfülltem Blick. „Alle haben alles reingeschmissen, haben Persönlichkeit gezeigt gegen eine starke Mannschaft von Bayern. Wir hatten Chancen, aber hatten Pech, dass wir sie nicht genutzt haben. Wir müssen dem FC Bayern gratulieren.“ Es war wahrscheinlich Arbeloas letzte Pressekonferenz als Real-Trainer nach einem Champions-League-Spiel.

Ein Blick zurück lässt den Schluss zu: Der Einstand Arbeloas war bislang wenig erfolgreich. Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob Xabi Alonso, der vorzeitig entlassen wurde, die Mannschaft hätte entwickeln können, wenn man ihm mehr Zeit und Geduld gewährt hätte. Hätte er eine Mannschaft formen können, die besser zu ihm passt? Wäre Vinicius Junior vielleicht genervt abgewandert, wenn er unter Alonso gespielt hätte? Und wäre das wirklich ein Drama gewesen?

Schon unter Xabi Alonso zeigte Mbappé sein Potenzial. Vincent Kompany, der Bayern-Trainer, betonte: „Wenn sie liefern sollen, liefern sie. Sie haben so viel Qualität. Wir haben die allerdings auch.“ Es war ein hochklassiges, packendes Spiel, in dem Real Madrid zwar zeigte, dass sie noch zu den Top-Teams gehören, aber letztendlich dem FC Bayern unterlegen waren. Das vierte Tor für die Königlichen in der Allianz Arena wäre möglich gewesen, bevor Bayern sein drittes erzielte.

Die Saison ohne Titel ist nun besiegelt. Mit neun Punkten Rückstand auf den FC Barcelona in der Liga werden die verbleibenden sieben Spiele kaum ausreichen, um diesen Abstand noch aufzuholen. Die spanischen Journalisten werden sich nun auf Atletico Madrid und Diego Simeone konzentrieren – die letzte Hoffnung auf einen Titel für Spanien.

Bernd Salamon, Real Madrid CF News