Real madrid stolpert gegen tel aviv und droht in der euroleague auszurutschen
Ohne Fans, ohne Netz: Das Real Madrid empfängt heute Abend (21:00 Uhr, Palacio sin público) den Hapoel Tel Aviv und spielt sich in der EuroLeague an den Rand des Absturzes. Die Pleite in Kaunas nagt, der Kalender wird zum Gegner. Zwei Heimspiele in 48 Stunden – verloren geht hier nicht nur ein Match, sondern der gesamte Saisonplan.

Laso kehrt zurück – doch zuerst muss scariolo das feuer löschen
Am Donnerstag steht Pablo Laso, Rekordtrainer der Königlichen, erstmals seit seinem Herzinfarkt als Gegner am Spielfeldrand. Doch bevor die Arena ihm applaudiert, muss Sergio Scariolo die drittplatzierten Israelis stoppen. „Ein Gegner voller Stars, lange das beste Team der Liga“, sagt der Italiener und schickt seine Mannschaft damit ins psychologische Duell. Tel Aviv kommt mit vier Siegen im Gepäck, darunter der 96:90-K.o. gegen Bayern. Madrid braucht Punkte wie Sauerstoff.
Die Zahlen sind hart: Bei einer zweiten Niederlage in Serie rutscht der Klub auf Platz neun – und damit aus dem Play-off-Kreis. Die Defensive kassierte in den letzten drei Partien 289 Punkte, die höchste Quote seit 2016. Scariolo schraubte an der Rotation, doch ohne Edy Tavares (Sprunggelenk) fehlt der Anker. Mario Hezonja, heute mit seinem 300. Pflichtspiel im weißen Dress, fordert: „Wir müssen so aggressiv starten, als stünden 15.000 Leute hinter uns.“
Stattdessen herrscht Grabesstille. Der Klub verlor in dieser Saison schon drei Heimspiele ohne Zuschauer – so viele wie in den gesamten vier Vorjahren zusammen. Die Spieler hören ihre eigenen Schritte, keine Buh-Rufe, kein Adrenalinschub. „Wir müssen die Energie im Kopf erzeugen“, sagt Hezonja und klingt dabei schon wie ein Motivationscoach.
Der Plan ist klar: Früh pressen, den Ball wegziehen von J’Covan Brown (17,4 Punkte im Schnitt) und Speedy Smith (6,9 Assists) isolieren. Doch Tel Aviv wechselt unablässig, spielt mit fünf Guard-Rotation und zwingt Gegner zu 15,2 Ballverlusten pro Partie. Madrid muss also Tempo drosseln – und gleichzeitig treffen. Sergio Llull schoss zuletzt 2/14 aus der Distanz, Fabien Causeur liegt bei 28 % Dreierquote. Die Statistik lügt nicht: Wer so trifft, verliert.
Am Ende steht eine Woche, die über die Saison entscheidet. Gewinnt Madrid beide Heimspiele, springt der Klub auf Platz fünf. Verliert er auch nur eines, schmilzt der Puffer auf zwei Siege Vorsprung vor dem neunten Platz – und die Reise nach Moskau, Mailand und Barcelona wird zur Falle. Scariolo atmet durch: „Wir haben das Schicksal selbst in der Hand.“ Heute Abend muss es sich zeigen, sonst bekommt selbst die Laso-Heimkehr einen fahlen Beigeschmack.
