Magdeburg wirft sportchef raus – schork gesteht: „ich habe verkackt“
Der 1. FC Magdeburg feuert seinen Sport-Geschäftsführer Otmar Schork, zwei Spieltage vor dem drohenden Absturz in die 3. Liga. Der 68-Jährige übernimmt die Schuld, der Klub sucht nach einem „neuen Impuls“ – und findet ihn in der Kontinuität von Geschäftsführer Martin Geisthardt.
„Fehler“ und ein tabellenplatz, der brennt
Die Entscheidung fiel am Montagvormittag, punktgenau in der Länderspielpause, wenn die Medien nach Transfer-News lechzen und kein Ball rollt. Magdeburg, Tabellenvorletzter der 2. Bundesliga, trennt sich „einvernehmlich“ von Schork – nach vier Jahren, in denen er einst den Drittliga-Keller in den Aufstieg und Platz fünf der Vorsaison katapultierte. Jetzt droht der Abstieg, und der Klub wirft den langjährigen Strippenzieher raus, weil er selbst sagt: „Dafür trage ich die Verantwortung.“
Die Saison unter Coach Petrik Sander – Nachfolger des glücklosen Markus Fiedler, der wiederum Christian Titz beerbte – ist ein einziger Fehlstart. Seit sieben Partien wartet Magdeburg auf einen Sieg, die Defensive kassierte 52 Gegentore, nur Hansa Rostock und schon abgestiegenen Kiel sind schlechter. Schork gesteht, dass er „Fehler“ gemacht habe, nennt keine einzelnen, doch die Summe zählt: 21 Punkte aus 26 Spielen, drei Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz, fünf aufs rettende Ufer.

Geisthardt übernimmt – und muss jetzt liefern
Vorerst springt Geschäftsführer Martin Geisthardt ein, der bisher die kaufmännische Seite lenkte. Er kennt die Zahlen, jetzt muss er auch die Kaderplanung retten. Präsident Jörg Biastoch spricht von „allem Kräfte bündeln“, doch der Zeitplan ist brutaler: In acht Wochen entscheidet sich der Klassenverbleib, das Restprogramm liefert mit Schalke, Hertha und dem SC Paderborn drei Aufstiegskandidaten.
Schork selbst verabschiedet sich mit einem Satz, der so nicht im Presseportal steht: „Ich habe verkackt, und das muss Konsequenzen haben.“ Er bleibt Vereinslegende, weil er 2021 den Drittliga-Abstieg verhinderte und 2023 den Aufstieg perfekt machte. Doch Legenden retten keine Saison, wenn die Tabelle brennt.
Magdeburg hat jetzt 14 Tage, um einen neuen Sportdirektor zu finden – oder eben nicht. Dann geht’s gegen Kaiserslautern, und jedes weitere Patt rückt die Elbe-Stadt näher an die Regionalliga. Die Entscheidung ist gefallen, der Countdown läuft. Wer jetzt zögert, bekommt im Mai die Quittung: Spielplan statt Spieltag, 3. Liga statt 2. Bundesliga.
