Real madrid: machtkampf eskaliert – riquelme schlägt hart zurück
Die Stimmung im Lager des Real Madrid hat sich vor den entscheidenden Wahlen zum Präsidenten deutlich zugespitzt. Enrique Riquelme, einer der aussichtsreichsten Herausforderer, hat nach den jüngsten Äußerungen von Amtsinhaber Florentino Pérez mit scharfer Kritik reagiert und warf diesem vor, eine Privatisierung des Vereins anzustreben.

Die eskalation nach pérez' interview
Riquelme, der den am Sonntagvormittag gemeinsam mit Pérez bei der Partie des Frauenteams anwesend war, nutzte eine Pressekonferenz, um auf Pérez' Interview in „El País“ zu reagieren. Dort hatte der amtierende Präsident seine Vision für ein neues Eigentumsmodell des Clubs erläutert. Riquelme sah darin einen deutlichen Schritt hin zu einer Kommerzialisierung und warf Pérez vor, „mit Masken zu spielen“ und die Wahrheit zu verschleiern. „Heute sind die Masken ab!“, betonte er eindrücklich.
Im Zentrum der Kontroverse steht der Vorschlag von Pérez, den sogenannten „wirtschaftlichen Eigentum“ an die knapp 100.000 socios des Clubs zu übertragen. Dieser beinhaltet den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung von rund 5%, um eine externe Bewertung des Vereins zu erhalten. Pérez argumentiert, dass diese Bewertung von Forbes überholt sei und eine Anpassung notwendig mache. Allerdings befürchtet Riquelme, dass dies den Weg für eine faktische Privatisierung ebnen würde, was er entschieden ablehnt. Seine Forderung ist klar: „Der Club muss zu 100 % in den Händen seiner Mitglieder liegen.“
Was vielen Beobachtern entgangen ist, ist der subtile Seitenhieb Pérez' auf Riquelme. Er beschuldigte den Konkurrenten, eine „organisierte Manöver“ zu inszenieren, um seine Wiederwahl zu erschweren, und bezeichnete dessen Team als ein „Sindicato de Intereses“ – ein Interessenverbund. Eine Behauptung, die die ohnehin schon angespannte Atmosphäre weiter anheizt.
Die Reaktion von Pérez auf die Vorwürfe ließ nicht lange auf sich warten. Er verteidigte sein Vorgehen und betonte, dass der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung keinesfalls eine Einschränkung der Entscheidungsfreiheit des Klubs bedeuten würde. Sein Ziel sei es, „das wirtschaftliche Erbe des Clubs seinen Mitgliedern zu sichern“, so Pérez.
Die Wahlkampagne spitzt sich also dramatisch zu. Die Frage ist, ob die Mitglieder des Real Madrid dem Weg der Kommerzialisierung folgen wollen oder ob sie an der traditionellen Struktur festhalten möchten. Ein Zweikampf, der weit über die sportlichen Aspekte hinausgeht und die Seele des prestigeträchtigen Vereins zu definieren droht. Es bleibt abzuwarten, ob die Masken bis zum Wahltag tatsächlich vollständig abfallen werden.
