Real madrid kollabiert: bernabéu buht, getafe lacht

0:1 gegen Getafe, zweite Pleite in Serie, vier Punkte hinter Barça – und das am 3. März. Real Madrids Titelverteidigung droht, bevor der Frühling richtig beginnt, zur Farce zu verkommen. Die Königlichen spielten sich nicht nur aus dem Titelrennen, sondern auch in die Geschichtsbücher: Zum ersten Mal seit 2008 schlägt Getafe im Bernabéu zu, zum ersten Mal seit 2019 kassiert Real zwei Liga-Clapbacks nacheinander.

Was blieb, war ein Stadion, das in der 88. Minute kollektiv die Hände über den Köpfen zusammenschlagen ließ. Die Blancos trafen keine zehn Tage nach dem Debakel in Valencia erneut stets eine Sekunde zu spät, ihre Kombinationen platzten wie Seifenblasen gegen die kompakt auftretende Defensive von José Bordalás.

Marca spricht vom „desaster“, sport von „lächerlichkeit“

Die spanische Presse sparte nicht mit Schärfe. Marca titelte: „Nächstes Desaster im Bernabéu!“ Der Sport-Kommentar nannte die Vorstellung gar „die nächste Lächerlichkeit“ und attestierte dem Team „einen alarmierenden Mangel an Spielkultur“. Die Wut der Fans richtet sich längst nicht mehr nur auf einzelne Profis, sondern auf die gesamte sportliche Leitung – vom Präsidenten bis zum Interimscoach Álvaro Arbeloa.

Dessen „Effekt“ war nach gerade mal drei Spielen bereits verpufft. Statt neue Impulse zu setzen, wiederholte Real Madrid dieselben Fehler: zu langsam im Aufbau, zu berechenbar in der Mitte, zu ideenlos vor dem Tor. Getafe lauerte mit dem 4-4-2-Pressing, schob sich in jeden Passweg und traf durch Borja Mayoral das entscheidende Tor (72.).

Die zahlen sind brutaler als jedes schimpfwort

Die zahlen sind brutaler als jedes schimpfwort

Real kreierte in 90 Minuten nur 0,8 xG – schlechtester Saisonwert. Die Flügel lieferten keinen einzellen erfolgreichen Querpass in den Strafraum. Toni Kroos' Ballbesitzquote lag bei 89 %, doch 67 % seiner Pässe gingen rückwärts. Und Vinícius? Der Brasilianer verlor 23 von 26 Dribblings, ein Personal-Klischee wurde zur Statistik.

Barcelona jubelt indes: Vier Punkte Vorsprung, ein Spiel weniger, dazu die bessere Tordifferenz. Für Real bleiben noch 27 Partien, doch die Stimmung im Camp sagt alles: „Wir haben noch nie so früh so viel Luft.“

Die Champions League mag das letzte Rettungsfloß sein, doch selbst dort wartet mit Manchester City ein Gegner, der derzeit jede Schwäche gnadenlos bestraft. Sollte auch diese Hoffnung platzen, steht Real Madrid vor einer Saison ohne Titel – und vor einer Frage, die lauter wird als jedes Buhruf: Wer stoppt den freien Fall der Königlichen?