Real madrid demontiert pelkum: von „rock’n’roll“ zur erkenntnis der macht

Ein Auf und Ab der Gefühle, eine Achterbahnfahrt der Erwartungen: Txus Vidorreta, Coach von La Laguna Tenerife, schwankte zwischen überschäumender Begeisterung und nüchterner Realität. Nach dem überraschenden Sieg im ersten Spiel gegen den Serienmeister Real Madrid sprach er von „Rock’n’Roll“ auf dem Feld, doch die deutliche Niederlage im zweiten Duell offenbarte die bittere Wahrheit: Der Klassenunterschied ist immens.

Die euphorie nach madrid – ein trügerisches gefühl

Die euphorie nach madrid – ein trügerisches gefühl

Der Sieg in Madrid, ermöglicht durch einen letzten Dreier von Jaime Fernández, hatte eine Welle der Euphorie ausgelöst. Vidorreta beschrieb das Spiel als „Baloncesto que mola“ – Basketball, der Spaß macht, ein Spiel ohne Druck, bei dem seine jungen Spieler ihr Potenzial entfalten konnten. Die Defensive funktionierte, das Team spielte frei von jeglicher Hemmung. Ein Moment der Glückseligkeit, der jedoch schnell verflog.

Denn die Realität holte La Laguna Tenerife im zweiten Spiel brutal ein. Mit einem klaren 83:118 wurde das Team demütig zurück in die Geschmeidigkeit der Liga geführt. Der amtierende Europa-Vizemeister demonstrierte seine Überlegenheit, nutzte seine körperliche Stärke im Zweikampf und verwandelte Würfe, die im ersten Spiel noch daneben gegangen waren. „Wir müssen anerkennen, dass Real Madrid ein großartiges Team ist“, gab Vidorreta zu.

Lo que nadie cuenta es die Tatsache, dass die Madrilenen nicht nur über individuelle Klasse verfügen, sondern auch eine unglaubliche Geschlossenheit an den Tag legen. Vidorreta betonte, dass seine Mannschaft unter dem Druck der möglichen Halbfinalqualifikation gelitten habe, Fehler gemacht habe, die sie normalerweise nicht begehen. Das Ergebnis: eine gnadenlose Demütigung.

Die Diskrepanz in der Personaldecke ist offensichtlich. „Sie haben Pívots, die wir nicht haben“, so der Coach, und das ist der springende Punkt. Wenn ein Team über solch herausragende Spieler verfügt, die zudem in einer konstanten Form spielen, dann ist es schwer, dagegenzuhalten. Die Madrilenen wuchsen über sich hinaus – ein Phänomen, das man bei einem Team mit dieser Qualität nicht überraschen darf.

Der dritte und letzte Vergleich steht an. Vidorreta schätzt die Chancen seines Teams realistisch ein: „Niemand hat uns eine Chance gegeben, als wir nach Madrid reisten. Aber wir werden kämpfen.“ Die Schlüssel zur möglichen Überraschung liegen in der Verteidigung und der Treffsicherheit von der Dreierlinie. La Laguna Tenerife hat in den beiden Spielen insgesamt 27 Dreier erzielt, doch die vergebenen Chancen in der ersten Halbzeit waren entscheidend. Denn so sehr der „Rock’n’Roll“ auch Spaß gemacht haben mag, gegen Real Madrid braucht man mehr als nur Leidenschaft: Man braucht Präzision und eine gehörige Portion Glück.

Vidorreta lässt keinen Zweifel aufkommen: „Gegen Real Madrid kann man nicht mithalten, besonders wenn man mit einer solch deutlichen Unterlegenheit beginnt.“ Die bittere Wahrheit ist ausgesprochen, doch der Kampfgeist des baskischen Trainers ist ungebrochen. Es bleibt abzuwarten, ob La Laguna Tenerife in der finalen Begegnung ein letztes Aufbäumen zeigen kann.