Serena zieht nach london direkt nach berlin: rasen-comeback mit 44

Das Kribbeln ist zurück. Nach 1 460 Tagen Pause schlägt Serena Williams am 15. Juni erstmals wieder auf deutschem Boden auf – und zwar nicht irgendwo, sondern im heiligen Grunewald, wo der LTTC „Rot-Weiß“ seit 1905 Geschichten schreibt. Einen Tag nach ihrer 44-sten Rasen-Premiere in Berlin wird sie im Doppel antreten. Kein Testballwechsel, kein Show-Match, sondern WTA-Betrieb.

London war nur der Aufgalopp. Am 8. Juni spielt sie im Queen’s Club an der Seite der 19-jährigen Kanadierin Victoria Mboko. Die Kombination ist purer Stoff für Filmmacher: die Rekord-GOAT und das Next-Gen-Wunderkind, das Serena früher im Fernsehen bewunderte. „Der Rasen hat mir die größten Siege beschert – ich will ihn noch einmal spüren“, sagte Williams knapp nach der Ankündigung.

Zoecke: „chance auf ein letztes duell mit der legende“

Zoecke: „chance auf ein letztes duell mit der legende“

Turnierdirektor Markus Zoecke kennt die Stimmung, wenn Serena den Platz betritt. „Es ist wahrscheinlich die einzige Gelegenheit, sie in Deutschland live zu erleben“, betont er. 2002 stand sie schon einmal im Berliner Finale, damals unterlag sie Justine Henin auf Sand. Seit 2021 rollt der Ball in der Hauptstadt über Rasen – und damit über Williams’ Lieblingsbelag.

Barbara Rittner sieht darin mehr als PR-Gag. „Sie kommt nicht, um Selfies zu machen. Serena will zeigen, dass sie noch Grand-Slam-tauglich ist“, sagte die Ex-Bundestrainerin bei Eurosport. John McEnroe schaltet sich ein und hält nichts zurück: „Sie will den 24. Major. Punkt.“

Das Feld in Berlin wird mit Coco Gauff und Jessica Pegula bereits zwei Top-Ten-Spielerinnen bieten. Im Doppel reicht ein langer Return von Williams, um das Publikum in Ekstase zu versetzen. Die Frage lautet nicht mehr, ob die 23-fache Grand-Slam-Champion mithalten kann – sie lautet, wie viele Sätze ihre Gegnerinnen durchstehen.

Tickets sind seit heute morgen vergriffen. Die Nachfrage brach den Online-Shop des Veranstalters für 37 Minuten lahm. Wer jetzt noch einen Platz ergattern will, muss sich auf Sekundärmärkte verlassen – oder einfach am Grunewaldsee campieren und die Atmosphäre durchs Gitter mitbekommen.

Die Uhr tickt. In elf Tagen trifft der legendäre Serve-and-Volley-Belag auf die kraftvollste Returnerin der Geschichte. Egal, wie lange das Match dauert – jeder Ballwechsel wird Teil des Tennis-Kanons.