Rassismus-eklat überschattet newcastle-debakel – spiel unterbrochen
Ein Schlag ins Gesicht des Fußballs: Das Tyne-Wear-Derby zwischen Newcastle United und dem AFC Sunderland ist am Sonntag nach rassistischen Beleidigungen gegenLutsharel Geertruida unterbrochen worden. Die Premier League bestätigt den Vorfall, die Ermittlungen laufen.
Woltemade trifft, aber geertruida wird zum ziel
Nick Woltemade hatte mit seiner ersten Torvorlage seit Wochen noch für Jubel gesorgt. Anthony Gordon nutzte einen Patzer der Sunderland-Defensive zur frühen Führung. Doch die Freude währte nur bis zur 57. Minute, als Chemsdine Talbi zum Ausgleich traf. Die Stimmung kippte.
Dann der Moment, der das Stadion verstummen ließ. In der zweiten Hälfte ruft jemand aus dem Block Richtung Geertruida – ausgeliehen von RB Leipzig – diskriminierende Beschimpfungen. Der Referee pfeift ab, die Teams gehen in die Kabine. Was danach folgt, ist ein Protokoll der Schande: Kameras zoomen auf betroffene Gesichter, Anzeigen werden erstattet, die Liga twittert knapp: „Vorfall wird untersucht.“

Thiaws treffer zählt nicht, brobbey trifft ins herz
Die sportliche Tragödie für Newcastle kommt noch dazu. Malick Thiaw dachte kurz, er habe die Magpies zurück in Führung geschossen, doch die Fahne hob – Abseits. Als hätte das Schicksal noch nicht genug, donnerte Brian Brobbey in der 90. Minute den Ball zum 2:1-Sieg für Sunderland ins Netz. St. James’ Park erstarrt, die Heimfans verlassen still die Ränge.
Für Woltemade bleibt ein bitterer Nachgeschmack: Erste Bilanz seit Januar, doch die Schlagzeilen gehören dem Rassismus-Eklat. Die Premier League hat angekündigt, die Tonspuren der Übertragung zu sichten und die Sitzplatznummer des Rufers zu identifizieren. Sollte die Person überführt werden, drohen lebenslange Stadionverbote und eine Anzeige wegen Volksverhetzung.
Newcastle United verlor am Sonntag nicht nur drei Punkte, sondern auch ein Stück Anstand. Die Liga muss handeln, sonst bleibt das nächste Mal niemand mehr auf den Rängen stehen.
