Raphinha fällt fünf wochen aus – barça droht der k.o. gegen atlético

Barcelona schwankt. Raphinha fehlt. Der Brasilianer zog sich im Länderspiel gegen Frankreich einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu, fällt mindestens 35 Tage aus und riss damit Hansi Flick die Playbook-Seite mit dem Titel „Plan A“ aus der Hand.

Der terminkalender wird zum feind

Am 8. April empfängt Barça Atlético Madrid im Camp Nou, eine Woche später folgt das Rückspiel in der Metropolitano. Genau diese beiden Abende, die über Viertelfinale, Einnahmen und Selbstvertrauen entscheiden, verpasst der 29-Jährige. Die medizinische Abteilung des Klubs rechnet mit einer Ausfallzeit von vier bis fünf Wochen; das bedeutet zugleich, dass auch die Ligaspiele gegen Mallorca, Las Palmas, Celta und possibly das Clásico in Madrid ohne ihn stattfinden.

Die Zahlen sind gnadenlos: 19 Tore, 11 Assists in 38 Pflichtspielen – Raphinha ist Topscorer und gleichzeitig häufigster Vorbereiter. Ohne ihn sinkt die Torquote der Katalanen von 2,3 auf 1,4 Treffer pro Partie, ein Absturz, der in der Königsklasse sofort bestraft wird.

Flick muss umdenken – und das in echtzeit

Flick muss umdenken – und das in echtzeit

Der Coach hatte in den letzten Wochen das System auf 4-3-3 mit fixen Flügeln umgestellt, weil Raphinha sowohl die vertikale Tiefe als auch das erste Pressing lieferte. Nun stehen drei Optionen auf dem Tisch: Lamine Yamal auf links, Ferran Torres rechts – oder ein radikales 3-4-3 mit João Félix als falschem Neuner. Keine Alternative überzeugt auf Anhieb. Yamal ist 17 und läuft Gefahr, überlastet zu werden; Torres schwankt zwischen Gala und Grauzone; Félix ist gerade erst aus dem Lazio-Leihgeschäft zurück und braucht Rhythmus.

Der Verband in Brasilien bestätigte den Befund „lesão no músculo posterior da coxa direita“, sprich: hintere Oberschenkelmuskulatur komplett überdehnt. Es ist nicht sein erstes Problem mit der rechten Wade in diesem Jahr – im Januar fehlte er drei Spiele, nun droht die nächste Zwangspause. Die medizinische Staffel arbeitet mit Platelet-rich-plasma- und Kryotherapie, um die Heilung zu beschleunigen, doch gegen die Uhr kann man nur verlieren.

Die Atmosphäre im Trainingszentrum Sant Joan Despí ist verhalten. Kapitän Sergi Roberto sagte lediglich: „Wir haben genug Qualität, um auch so weiterzukommen.“ Klingt nach Standard, ist aber ein Schulterschluss – denn intern ist man sich einig: Ohne Raphinha muss das Kollektiv den individuellen Ausfall kompensieren, sonst ist auch der Liga-Vorsprung von vier Punkten auf Real Madrid Makulatur.

Die Champions League ist kein Wettbewerb der Stars, sondern der Verfügbarkeit. Barça muss nun beweisen, dass sie auch ohne ihren breitesten Smiley und schärfsten Abschluss noch Lächeln kann. Sonst endet die Saison vorzeitig – und die Rapporte aus dem Camp Nou werden düsterer als die Nacht über dem Montjuïc.