Rangnick lässt riesen und debütanten ran – öfb-wm-casting startet gegen ghana

Knapp drei Monate vor dem WM-Eröffnungsspiel wirft Ralf Rangnick die Reihen durcheinander. Mit 2,05-Meter-Hüne Florian Wiegele, dem wiedergekehrten Sasa Kalajdzic und zwei frisch umgeschulten Engländern testet Österreich gegen Ghana und Südkorea – und liefert erste Antworten auf die heißeste Frage: Wer reist noch mit?

Rangnick erklärt die tor-hierarchie neu

Der bisherige Dreikampf um die ÖFB-Nummer eins bekommt einen vierten Akteur. Florian Wiegele spielte sich in Pilsen von der Bank in die Stammelf – nun will der 24-Jährige beim Lehrgang gegen Alexander Schlager und Patrick Pentz nachlegen. Dass der Ex-St.-Pöltner mit Schuhgröße 51 ein „ganz anderes Profil“ bietet, wie Rangnick sagt, ist kein Scherz: Er kommt bei Standards sofort in den Strafraum, länger als jeder Kontrahent. Schlager und Pentz stehen trotzdem nicht vor dem Aus, sondern müssen zeigen, dass sie mit Ball am Fuß die Kette hochspielen können. Tobias Lawal dagegen dürfte nach zehn Gegentoren in zwei Partien – dazu ein Eigentor – nach dem 5:5 gegen Westerlo den kürzeren ziehen.

Abseits von alaba: neue mitte sucht ihren führungsspieler

Abseits von alaba: neue mitte sucht ihren führungsspieler

David Alaba fällt weiter aus, Maximilian Wöber laboriert. Rangnick wird gegen Ghana und Südkorea experimentieren. David Affengruber (Sturm Graz) und Michael Svoboda (Venezia) buhlen um Einsätze, während Kevin Danso nach seinem Spurs-Debüt mit Kritik von Darren Bent kämpft. Wer sich jetzt nicht durchsetzt, schaut im Mai vermutlich auf der Tribüne. Führung übernehmen muss Philipp Lienhart – der Freiburger ist der einzige Innenverteidiger mit konstant guter Form und 90-Minuten-Garantie.

Offensive lotterie: chukwuemeka und wanner müssen liefern

Offensive lotterie: chukwuemeka und wanner müssen liefern

Paul Wanner und Carney Chukwuemeka haben ihre Nationalitäten getauscht, nicht aber den Stammplatz geschenkt bekommen. Rangnick erwartet gegen Ghana ein Statement: Wer ins Spiel startet, kann sich für den vorläufigen WM-Kader empfehlen. Die Konkurrenz schläft nicht – Christoph Baumgartner traf in der Bundesliga schon zum sechsten Mal doppelt, Marko Arnautovic lieferte in Belgrad drei Tore und drei Assists in fünf Spielen. Sasa Kalajdzic wartet noch auf sein erstes Tor nach der Rückkehr, doch seine 1,99 Meter verändern schon jetzt jede Standardsituation. Wer sich jetzt versteckt, fliegt raus – das hat der Teamchef klargemacht.

80 Tage sind noch Zeit, doch die Uhr tickt laut. Nach dem Südkorea-Spiel am 31. März zieht Rangnick die erste Schlussfolgerung – und 26 Spieler dürfen weiter vom WM-Traum träumen. Die anderen bekommen den kühlen Realitäts-Check mitgeteilt: Nächste Chance 2027.