Bayern-basketballer verspielen 48-millionen-etat und träumen wieder nur von der meisterschaft

München schlägt wieder zu. Nicht mit einem Sieg, sondern mit einem Krach. Nach dem 71:78 in Kaunas ist klar: Die Euroleague-Play-offs rutschen dem FC Bayern Basketball zum vierten Mal nacheinander durch die Finger. Roter Stern Belgrad erledigte die Rest-Arbeit in Spanien, und die Bayern dürfen am Donnerstag gegen Asvel nur noch um den 16. Platz zocken – sechs Siege hinter Platz 10, fünf Spieltage vor Schluss.

Das teuerste frustrationsprojekt europas

48,2 Millionen Euro Etat, 18 Millionen allein für Spieler. Rekord. Rekordlos. Denn was seit Oktober zurückkam, war ein Schaulaufen von Pannen. Kreuzbandriss von Rokas Jokubaitis, Corona-Drama um Gordon Herbert, der Rücktritt von T. J. Parker, der Dinwiddie-Fehlgriff – und ein Kalender, der die Bayern bis Weihnachten sieben Auswärts-Spiele in Serie schickte. Kein Sieg. Kein Plan. Herbert flog, Svetislav Pešić kam, brachte ein paar Siege, aber keine Stabilität. Die Mannschaft wirkte bis zuletzt wie zusammengewürfelt, nicht zusammengespielt.

Die Zahlen sind gnadenlos: 13 Siege, 20 Niederlagen. Das ist keine Bad-Luck-Geschichte mehr, das ist Strukturversagen. Die Bayern haben in der Euroleague seit 2022 kein einziges Play-off-Spiel gewonnen – damals profitierten sie vom Ausschluss der russischen Klubs. Der letzte echte Erfolg liegt über drei Jahren zurück, als Andrea Trinchieri noch auf der Bank saß.

Nur die bundesliga lässt sie atmen

Nur die bundesliga lässt sie atmen

In der BBL ist München trotzdem Favorit. Drei Niederlagen in 23 Spielen, Platz eins, weit weg vom Rest. Das ist der Trost, der übrig bleibt: eine Meisterschaft, die niemand erwartet, aber jeder für möglich hält. Die Euroleague war das große Ziel, die Bundesliga ist jetzt die letzte Rettungsinsel. Pešić, 76, soll die Truppe wieder in Takt bringen. Ob das reicht, um eine Saison, die mit 48 Millionen begann, mit einem Titel zu retten? Die Antwort steht am 19. Juni, wenn die Final-Serie steht. Bis dahin bleibt nur eins: Sparen, planen – und vielleicht ein paar Fragen an die Scout-Abteilung stellen.

Die Bayern haben das große Geld ausgegeben und das kleine Glück verpasst. Nächste Saison wird das Budget nicht kleiner, aber der Druck größer. Wer so viel investiert, darf nicht nur die Play-offs verpassen – er muss sie dominieren. Sonst bleibt München das teuerste Lehrstück der Euroleague.