Raimund und hoffmann sausen in lahti um 1,2 punkte am podest vorbei
66 Zentimeter. So viel Holz fehlten Philipp Raimund und Felix Hoffmann am Samstag in Lahti, um endlich das Super-Team-Podest zu erreichen. Stattdessen schauten sie wieder einmal von Rang vier nach oben – und der Geschmack von Pyeongchang 2026 kehrte zurück.
Österreich sichert sich den sieg, deutschland bleibt draußen
Die Salpausselkä-Schanze war ein Pulverfass. 22.000 Zuschauer, Schneetreiben, Windböen – und eine österreichische Doppelführung, die sich nicht mehr einholen ließ. Daniel Tschofenig und Jan Hörl landeten nach drei Durchgängen bei 858,6 Punkten. Die Slowenen Domen Prevc und Anze Lanisek (836,8) sowie die Finnen Antti Aalto und Niko Kytösaho (805,3) schoben sich dazwischen. Deutschland blieb bei 804,1 Punkten hängen – wie schon vor fünf Wochen in Südkorea.
Raimund, tags zuvor erstmals Weltcupsieger, zeigte zwei solide Sprünge, aber keinen Zündfunkt. „Ich habe das Gefühl, die Schanze gibt mir alles, aber heute wollte sie mich nicht aufs Podest lassen“, sagte er mit schiefem Grinsen. Hoffmann flog im zweiten Durchgang 121 Meter, verlor aber im dritten Satz Anschluss. „Wir haben es uns hart erarbeitet, aber die Konkurrenz war einfach eine Nummer zu groß.“

Disqualifikation bei japan – und ein déjà-vu für das dsv-duo
Die große Überraszung des Tages kam aus Fernost. Ren Nikaido, dreifacher Olympia-Medaillengewinner, kam verspätet aus Tokio – und zu leicht. Die Waage stoppte 300 Gramm unter dem Limit für seine Ski-Länge. Japan war raus, Kasachstan folgte kurz darauf wegen Materialmangels. Die Regel ist klar: Kein Gewicht, keine Wertung.
Für Deutschland bleibt die Erkenntnis: Das Super-Team-Format liegt ihnen ausgerechnet nicht. Bei Olympia in Pyeongchang hatten Raimund und Andreas Wellinger wegen Abbruchs nach zwei Durchgängen ebenfalls nur 0,3 Punkte Rückstand auf Bronze. Die Geschichte wiederholt sich – nur das Wetter war diesmal nicht schuld.
Die nächste Chance kommt am 21. März in Planica. Bis dahin heißt es: Gewicht checken, Ski checken, Nerven checken. 66 Zentimeter sind keine Welt, aber in der Luft zählt jeder.
