Lila löwen zerreißen bhc-fluch – und spenden hoffnung

Die Rhein-Neckar Löwen haben ihren eigenen Fluch nicht gebrochen, aber den des Bergischen HC. Zum neunten Mal in Folge verlassen die Pelkumer ihren Auswärtstrip nach Mannheim ohne Punkte, diesmal mit 25:28. Doch der Abend gehört nicht nur dem Sieg, sondern einer Farbe: Lila.

Das Trikot glüht wie ein Signalfeuer. Lila oben, leuchtgrün unten – kein Look, den man in der SAP Arena gewohnt ist. „Wir wollten am Weltfrauentag ein Zeichen setzen, kein Marketing-Gag“, sagt Geschäftsführer Markus Klein. Zehn Prozent des Sonder-Trikot-Erlöses fließen direkt ins Frauenhaus Mannheim. Die Botschaft: Sicherheit hat kein Geschlecht.

Janz und sug pfeifen männer-elite – und kriegen applaus

Zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte leiten zwei Frauen ein Spiel auf höchstem Niveau. Sophia Janz und Rosana Sug aus Köln bekommen Standing Ovations, noch bevor der Ball rollt. Ihre Pfeife bleibt souverän, auch wenn die Löwen in der 50. Minute plötzlich nur noch 22:20 führen.

Die BHC-Elf um den brandgefährlichen Julius Kühn schafft das, was sie seit Jahren verpasst: den Anschluss. Doch der letzte Punch fehlt. „Wir haben uns selbst ausgebremst“, jammert BHC-Coach Maik Machulla. „Elf technische Fehler in der zweiten Halbzeit – das reicht nicht, um hier zu gewinnen.“

Auf der Gegenseite laufen zwei Maschinen heiß: Jannik Kohlbacher versenkt sieben Bälle, bleibt 56 Minuten auf dem Feld – kein Spieler steht länger. Sein Partner auf Linksaußen, Haukur Thrastarson, trifft zehnmal. „Wir haben getanzt, aber nicht aufgetrumpft“, sagt der Isländer. „Wir wollten das Spiel vorzeitig killen, haben stattdessen fast das Gegenteil geschafft.“

Kohlbacher: dauerläufer mit tor-garantie

Kohlbacher: dauerläufer mit tor-garantie

Die Statistik liebt Kohlbacher. Kein Kreisläufer trifft häufiger, keiner bleibt länger einsatzbereit. Gegen den BHC jagt er seine Saison-Tor-Nummer 87 ins Netz, danach stapft er ohne Jubel zurück in die Deckung. „Ich weiß, dass ich laufen muss. Wenn ich stehen bleibe, steht das Team still“, sagt er nach dem Spiel.

Die Lila-Aktion läuft nur an diesem Abend, doch die Wirkung bleibt. 42.680 Euro kommen für das Frauenhaus zusammen – genug für ein halbes Jahr Notunterkunft. „Sport ist mehr als zwei Punkte“, sagt Klein. „Er ist ein Megafon.“

Bereits am Samstag tragen die Löwen wieder Weiß. Die Farbe des Siegers steht ihnen, doch in Erinnerung bleibt das Lila. Ein Sieg, der wehtut – und trotzdem wärmt.