Rafa mir schlägt zurück: neue videos sollen sex-vorwürfe zerreißen
Sein Anwalt legte am Montag ein 38-seitiges Feuerwerk vor – und zwei bisher streng geheim gehaltene Videos, die die Anklage glattweg „entzaubern“ sollen. Der spanische Stürmer Rafa Mir, seit Januar an Elche CF ausgeliehen, steht unter dem Verdacht der sexuellen Übergriffe aus seiner Valencia-Zeit. Jetzt dreht sich das Blatt.
Die Staatsanwaltschaft fordert zehn Jahre und sechs Monate Haft. Doch Campaner, der Jurist des 27-Jährigen, attackiert die Beweisführung als „lückenhaft und widersprüchlich“. In dem Schriftsatz, der der Redaktion vorliegt, pocht er auf vollständige Freispruch – nicht auf einen Deal, nicht auf ein Geständnis. „Mein Mandant will vor Gericht, Punkt“, zitiert ihn ein Vertrauter.
„Ich will, dass die wahrheit rausknallt“
Mir selbst wirkt laut Augenzeugen im Trainingslager von Elche „abgekämpft, aber ruhig“. Im Interview mit Marca hatte er unmittelbar vor dem Duell mit Real Madrid gesagt: „Wir sind gelassen, das ist nur ein Schritt im Prozess. Ich freue mich auf den Prozess – und darauf, meine Unschuld zu beweisen.“
Die Videos, so heißt es in Kreisen der Verteidigung, zeigen Szenen aus der fraglichen Nacht, die laut Anklage eigentlich nicht existieren dürften. Details hält man vorsorglich zurück, um die Untersuchungsrichterin nicht vorzufühlen. Fest steht: Die Akte wurde um Gutachten erweitert, die Spuren von Zwangsbewegungen am Tatort in Mestalla „nicht stützen“.
Christian Bragarnik, Besitzer von Elche, schaltete sich öffentlich ein. „Es ist egal, ob die Forderung 100 oder zehn Jahre beträgt – plötzlich gilt er als schuldig. Wir haben mit Rafa gesprochen: Er will sich nicht kaufen lassen, er will kämpfen. Ich vertraue ihm blind“, sagte der Argentinier.

Tore statt tribunal – vorerst
Solange das Gerichtstermin-Roulette noch rollt, schießt Mir Tore. Gegen Mallorca vor der Länderspielpause traf er zum 1:0 – sein achter Saisontreffer. Damit überflügelt er schon jetzt Lucas Boyés Bestmarke der Vorsaison und egalisiert Pere Milla. Neun Spieltage sind noch zu absolvieren, die Statistik lügt nicht.
Trainer Eder Sarabia stellte ihn trotz Ermittlungsdruck sofort wieder in die Startelf. „Er trainiert, als wäre nichts gewesen. Der Junge lebt für Fußball, das ist seine Therapie“, sagt der Baskische Coach. In der Kabine genießt Mir Rückhalt, die Mannschaftskapelle hängte ein großes „Todos con Rafa“-Banner ins Camp d’Elx.
Der Prozess wird voraussichtlich im Herbst vor dem Audiencia Provincial de Valencia verhandelt. Bis dahin bleibt dem Angreifer nur eins: weiterschießen – und hoffen, dass die neuen Bilder das Narrativ kippen. Die nächste Bühne: Samstagabend gegen Celta Vigo. Wenn er trifft, jubelt er erneut unter Protest. Denn das Gericht hat noch nicht das letzte Wort.
