Qatar: kann der wm-gastgeber überraschen?

Doha – Die Erwartungen sind gedämpft, die Erinnerungen an das turbulente WM-Heimturnier 2022 noch frisch. Doch das katarische Nationalteam unter der Leitung von Julen Lopetegui hat sich verändert und will in der aktuellen Weltmeisterschaft zeigen, dass es mehr ist als nur ein Gastgeber.

Lopetegui krempelt das team um

Der Spanier Julen Lopetegui hat die Aufgabe übernommen, das Team neu zu formen und taktisch auf ein höheres Niveau zu heben. Seine Erfahrung aus der spanischen Nationalmannschaft und von Klubs wie Sevilla und Real Madrid soll nun in Katar Früchte tragen. Lopetegui setzt auf einen organisierten Spielaufbau mit kurzen Pässen und einer sauberen Spieleröffnung, kombiniert mit aggressivem Pressing und einer intensiven Gegenpressing-Strategie. Ein 4-3-3 oder 4-2-3-1 System scheint seine bevorzugte Formation zu sein.

Die Stärke des katarischen Teams liegt in seiner Effektivität vor dem Tor. Mit durchschnittlich 3,61 Toren pro Spiel in der Qualifikation zur WM war Katar das torgefährlichste Team der AFC. Besonders hervorzuheben sind Almoez Ali, der mit 12 Treffern Torschützenkönig der Qualifikation war, und Akram Afif, dessen 11 Vorlagen eine Schlüsselrolle spielten. Afifs Fähigkeit, den Ball präzise in den Strafraum zu bringen, ist besonders gefährlich – sechs seiner Assists kamen direkt aus Standardsituationen.

Doch es gibt auch Schattenseiten. Das Debakel von 2022, als Katar als erster Gastgeber in der Gruppenphase ausschied, nagt immer noch am Ansehen. Hinzu kommt, dass die Mannschaft nun ohne den Heimvorteil auskommen muss und bisher mehr Spiele verloren hat (fünf) als jede andere asiatische Mannschaft, die sich für die WM qualifiziert hat. Dies deutet auf Schwierigkeiten im Spielmanagement hin.

Akram afif: der schlüsselspieler

Akram afif: der schlüsselspieler

Ein Spieler, der besonders beobachtet werden sollte, ist Akram Afif. Der Flügelspieler war mit 15 Torschussbeteiligungen (4 Tore, 11 Assists) der auffälligste Spieler der AFC-Qualifikation, nur übertroffen von Mehdi Taremi aus Iran. Seine 11 Assists, davon sechs aus Standardsituationen, machen ihn zu einem zentralen Element im Offensivspiel des Teams. Afifs Kreativität und sein Torinstinkt könnten der Schlüssel zum Erfolg für Katar sein. Er wurde 2023 und 2024 als bester Spieler der AFC ausgezeichnet – das zeigt seine Klasse.

Die Herausforderung für Katar ist klar: Die Vergangenheit vergessen, sich auf die Gegenwart konzentrieren und das taktische Können von Lopetegui optimal nutzen. Nur so kann das Team eine Überraschung schaffen und die Weltmeisterschaft in eine denkwürdige Geschichte verwandeln. Es bleibt abzuwarten, ob die Kombination aus spanischer Expertise und katarischem Talent ausreicht, um die Erwartungen zu übertreffen.