Psg-handball vor magdeburg: das teuerste projekt europas droht erneut zu scheitern

Paris Saint-Germain: 13 Jahre, 50 Millionen Euro Transferbudget, null Champions-League-Pokale. Heute trifft das vermeintliche Super-Team auf den SC Magdeburg – und könnte schon wieder vor dem Viertelfinale straucheln.

Die kurve zeigt seit 2017 nach unten

2017 standen sie noch im Finale, 2018 zumindest auf dem Podium. Seitdem wird jedes Jahr ein Stück tiefer gegraben. 2024 blamieren sich die Pariser im Achtelfinale gegen Pick Szeged, 2025 reicht ein Punkt aus fünf Spielen für Rang 4 in Gruppe B. Die Tordifferenz: minus 14. Das ist keine Phase mehr, das ist Struktur.

Trainer Stefan Madsen schaute sich die Zahlen vor zwei Wochen in der Kabine an und sagte nur: „Wenn wir so weiterspielen, fliegen wir raus vor den Osterferien.“ Die Spieler schwiegen. Sie wissen, dass der dänische Coach Recht behält. Denn das Problem ist nicht der Kader – Luc Steins ist Weltklasse, Elohim Prandi ein Feuerwerk –, sondern die fehlende DNA. PSG kauft Stars, nicht Rollen. Ergebnis: 37 Gegenstöße kassiert in dieser Gruppenphase, mehr als jeder andere Klub.

Magdeburg hat die antwort auf das pariser rätsel

Magdeburg hat die antwort auf das pariser rätsel

Im Hinspiel lief der deutsche Meister den Franzosen in 48 Minuten den Rang ab. 31:25, und das war noch schmeichelhaft. Keeper Jannick Green hielt 14 Bälle, Mikkel Hansen schaute von der Bank wie ein Museumsstück. Magdeburg spielt Druckrotation, zieht PSG in 3–2–1-Formation auseinander und trifft aus dem Rückraum mit 71 Prozent. Kein Wunder, dass Sportsdirektor Bennet Wiegert nach dem Abpfiff nur grinsend sagte: „Wir haben ihren Rhythmus kaputt gemacht, bevor sie einen gefunden haben.“

Für PSG wird heute Abend (20.45 Uhr, Paris-Bercy) die Uhr zur Tickender Bombe. Verlieren sie, droht Platz 5 – und ein K.-o.-Duell gegen Barcelona oder Kiel. Die franzischen Medien sprechen schon vom „printemps de la honte“. Prandi kontert: „Wir sind noch nicht tot.“ Aber die Wahrheit ist: Sie liegen auf der Intensivstation.

Die Liga? Die gewinnen sie seit 2013 ohne Unterbrechung. Doch wer in Paris nur die Meisterschaft holt, gilt als gescheitert. Die Trophäe, die Qatars PR-Abteilung wirklich im Foyer präsentieren will, steht in Köln – und sie wird dieses Jahr wieder ohne PSG verliehen. Die Quittung für ein Jahrzehnt voller teurer Schnellschüsse steht bevor: ein leeres Regal und ein Kader, der sich fragt, warum Talent allein nicht reicht.