Prosieben kickt handball-frauen ins neue tv-zeitalter – schober: „das ist ein starkes zeichen“
Am Sonntag um 15.30 Uhr geht’s los in Heidelberg – und nicht nur um die EM-Quali gegen Slowenien. ProSieben MAXX schaltet live, frei empfangbar, erstmals im neuen Sechs-Jahres-Pakt des Deutschen Handball Bundes. Mark Schober lacht im DHB-Büro, denn seine Damen bekommen den ersten Satz, bevor die Männer folgen. „Das ist Programm“, sagt er.
Warum jetzt alle plötzlich handball gucken müssen
Der Deal liefert nicht nur 70 Länderspiele bis 2031, sondern packt die Sportart in Magazine, Social-Clips und TikTok-Herausforderungen. Andrea Kaiser moderiert, Lucie-Marie Kretzschmar analysiert, und Gernot Bauer verspricht: „Wir rotieren Expertinnen durch, damit jede WM-Geschichte ein eigenes Gesicht bekommt.“ Die Zielgruppe: 14- bis 29-Jährige, die bisher nur wussten, dass Handball „irgendwas mit Tor“ ist.
Die ARD-ZDF-EM-Rechte bleiben zwar bestehen, doch die neue Reichweite ist rein. Schober rechnet: 3,2 Millionen Zuschauer schalteten 2021 die WM-Halbfinale ein – mit Free-TV-Push könnte sich die Zahl verdoppeln. „Und dann“, sagt er, „reden wir nicht mehr über Nischen, sondern über Quoten, die sich sehen lassen können.“
Die Spielerinnen? Die haben schon länger TikTok-Accounts. Nach dem Silber in der Heim-WM folgt nun die große Bühne – und ein Sieg gegen Slowenien würde das EM-Ticket locker machen. Die Botschaft ist klar: Handball ist kein Fill-in mehr zwischen Ski alpin und Biathlon. Er ist ab Sonntag Dauerbrenner.
ProSiebenSat.1 zahlt laut Branchenkreisen rund 25 Millionen Euro für das Paket. Die DHB-Marketingabteilung schmunzelt: Sponsoren stehen Schlange, weil sie endlich wieder jugendliche Klickzahlen liefern können. Keine Frage: Der Sport, der früher nur in Sporthallen roch, riecht jetzt nach frischem Geld – und nach Primetime.
