Mbappé zieht notbremse: madrid schwimmt im chaos – frankreich droht debakel

Die Luft im Estadio Santiago Bernabéu ist so dünn, dass selbst das 330-Millionen-Euro-Gesicht von Kylian Mbappé nur noch Schattenrisse wirft. Drei Tage vor dem Champions-League-Fight gegen Manchester City rudert Trainer Álvaro Arbeloa zurück, was er zuvor als „100-prozentig fit“ verkaufte. Der Franzose kapituliert – und damit auch Madrids Saisonplan.

Arbeloa lieferte sich selbst ein

Die Chronologie ist ein Lehrstück darüber, wie man einen Superstar verbrennt. Noch vor dem Liga-Spiel gegen Getafe wetterte Arbeloa: „Mbappé ist einsatzbereit, er spielt, wenn ich es will.“ 72 Stunden später klingt seine Stimme wie ein kaputtes Radio: „Keine Fristen. Er spürt selbst, wie es läuft.“ Den Medien wirft die Sport vor, der Coach habe „die Lage beschönigt“. Der Klub schweigt, die Kabine brodelt.

Die Diagnose: erneutes Außenbandtrauma links. Vier Wochen, vielleicht fünf. Das Knie ist ein offener Dauerbrenner, seit Mbappé im Oktober erstmals auf dem Rasen zusammenklappte. Damals beharrte Madrid auf „muskuläre Überlastung“. Heute spricht niemand mehr von Muskulatur.

Der stürmer übernimmt das kommando

Der stürmer übernimmt das kommando

Intern kursiert das Wort „Rebellion“. Mbappé hat die medizinische Abteilung aufgefordert, seinen Rückkehrplan zu stoppen. Er will keine 90-Minuten-Experimente mehr, keine Schmerztabletten vor Anpfiff, keine PR-Games. Sein Ziel: Manchester City am 19. März – Rückspiel, Achtelfinale, 21 Uhr, Etihad. Bis dahin verpasst er fünf Pflichtspiele, drei Liga, zwei Pokal. Die Frage ist nicht mehr, ob Madrid auf ihn verzichten kann, sondern: verzichtet er auf Madrid?

Die französische FFF wartet ebenfalls auf ein Signal. Didier Deschamps nominierte ihn trotzdem für die Länderspiele gegen Kroatien und Island. In Madrid wittern sie den nächsten Clinch. Ein Teamarzt: „Wenn er nach Paris fliegt, platzt das Knie. Wenn er bleibt, platzt der Vertrag.“

Die zahlen, die niemand hören will

Mbappé hat seit Weihnachten 794 Minuten in sieben Partien absolviert – bei nur 62 Prozent Trainingsbeteiligung. Die Sprintwerte brachen gegen Benfica um 18 Prozent ein. Die Knie-Instabilität misst die GPS-Uhr bei jedem Antritt. Der Club zahlte 330 Millionen Euro Ablöse plus 91 Millionen Gehalt brutto für vier Liga-Tore und ein Champions-League-Aus im Achtelfinale. Die Amortisation pro Tor: 105 Millionen. Das ist keine Sportrechnung, das ist ein Sanierungsfall.

Die Stimmung im Stadion wird überschlagen. Ultras kündigten für Samstag gegen Celta Vigo ein Transparent an: „Unsere Farben sind Weiß, nicht Euro-Grün.“ Der Vorstand fürchtet ein Publikum, das nicht mehr fragt, wann Mbappé zurückkommt, sondern warum er jemals kam.

Arbeloa sitzt auf einer glühenden Bank. Kein Trainer überlebt zwei Mal, dass er einen Weltstar gegen dessen Gesundheit auflaufen ließ. Die nächste Niederlage, und die Entlassung ist keine Spekulation mehr, sondern ein Zeitplan. Madrid hat Mbappé gekauft, um Titel zu gewinnen. Jetzt gewinnt Mbappé Zeit – und Madrid verliert sich selbst.