Preußen-fans ziehen dem var den stecker: elfmeter-skandal in münster
Der VAR-Monitor blieb schwarz, der Schiedsrichter lauschte ins Leere und Hertha BSC schoss in letzter Sekunde den Siegtreffer. Was sich im Stadion an der Hägerstraße abspielte, war mehr als nur ein technischer Defekt – es war ein Akt des Protests, der die 2. Bundesliga auf den Kopf stellt.
Die Szene war kurios und brisant zugleich: In der 78. Minute grätscht Niko Koulis gegen Michaël Cuisance. Referee Felix Bickel entscheidet auf „Weiterspielen“, doch die Kölner Videozentrale interveniert. Bickel eilt zum Monitor – doch der bleibt dunkel. Statt Zeitlupe nur pechschwarzes Display. Grund: Zwei vermummte Preußen-Anhänger hatten zuvor das Kabel gezogen und flüchteten mit einem Sprung über die Bande zurück in den Block.
Die elfmeter-entscheidung fiel trotzdem
Bickel ließ sich nicht beirren. Er nahm das Headset, hörte die Stimme von Video-Assistentin Katrin Rafalski und entschied: Strafstoß. „Meine Kollegin hat klar erkannt, dass Koulis das Schienbein trifft“, sagte er durch das Stadionmikrofon. Die Aktion war legal – laut Schiedsrichter-Sprecher Alex Feuerherdt ist das On-Field-Review nur eine Option, kein Muss.
Hertha nutzte die Chance. Cuisance verwandelte sicher, und in der Nachspielzeit schlug Edgar Prib den Berliner Sieg ein. Münster jubelte kurz, verlor aber am Ende mit 1:2. Die Wut der Ultras richtete sich nicht nur gegen die Niederlage, sondern gegen das System VAR – mit einer Aktion, die so noch nie dagewesen war.

Der verein kündigt konsequenzen an
Der SC Preußen Münster reagierte umgehend. „Wir bedauern den Vorfall zutiefst und werden alles tun, um die Täter zu identifizieren“, heißt es in der Stellungnahme. Sicherheitskräfte prüfen Kamerabilder, das Stadion erhält technische Nachrüstungen. Für Hertha-Trainer Stefan Leitl ist das zu wenig: „So etwas darf nicht passieren. Die Heimmannschaft muss für funktionierende Technik sorgen.“
Doch nicht alle im Lager der Preußen verurteilen die Aktion. Kapitän Jorrit Hendrix zeigt Verständnis: „Die Leute sind frustriert. Der VAR wird immer mehr zum Gefühl, dass er gegen uns entscheidet.“ Für ihn ist der Protest ein Signal – auch wenn die Methode fragwürdig bleibt.
Die DFL wird den Vorfall prüfen. Eine Strafe für den Club ist wahrscheinlich, möglicherweise auch ein Teil der Ultras-Blocks. Die Bilder gehen um die Welt – und zeigen, wie tief der Frust über den Video-Assistenten inzwischen sitzt. Die 2. Bundesliga hat einen neuen Skandal. Und der VAR? Der läuft wieder – aber das Vertrauen der Fans ist weiterhin auf Sparflamme.
