Preuß beendet karriere: „passion war einfach weg“
Schock in der Biathlon-Szene: Nur wenige Stunden nach dem Ende der Olympischen Spiele in Mailand und Cortina verkündete Franziska Preuß ihr Karriereende. Ein Abschied, der viele Fans überraschte, aber wie sich herausstellt, schon länger Reife hatte. Die deutsche Legende spricht nun offen über die Gründe und den ungewöhnlichen Zeitpunkt ihrer Entscheidung.
Der moment in ruhpolding, der alles veränderte
„Der Gedanke an ein Karriereende nach Olympia war schon immer da“, so Preuß in einem exklusiven Interview mit Chiemgau 24. Doch der konkrete Auslöser kam viel früher. „Beim Weltcup in Ruhpolding habe ich dann gewusst, dass es vorbei ist. Die innere Passion, die ich 14 Jahre hatte, war auf einen Schlag weg.“ Eine plötzliche Veränderung, die die Sportlerin zutiefst beschäftigt hat. Sie betonte, dass sie sich bewusst entschieden habe, keinen großen Aufruhr zu veranstalten. „Ich bin nicht der Typ für den großen Abschied, über den dann wochenlang geredet wird und der medial alles überlagert. Der Fokus sollte dabei nur auf Olympia liegen.“
Preuß, die im vergangenen Jahr den Gesamtweltcup-Sieg errang, scheint die Zeit nach ihrer aktiven Karriere keineswegs als langweilig zu empfinden. „Die Zeit ist unheimlich schnell vergangen“, berichtet sie. Neben organisatorischen Aufgaben und zwei Praktika hat sie die Gelegenheit genutzt, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen – etwas, was als Leistungssportlerin oft zu kurz kam.
Die Last der ständigen Belastung hinterließ ihre Spuren. Preuß spricht offen über die physischen und mentalen Strapazen, die mit dem Leistungssport einhergehen. „Man schleppt sich manchmal von Training zu Training und ist gefühlt immer müde.“ Nun genießt sie die neu gewonnene Energie und die Möglichkeit, alltägliche Dinge ohne schlechtes Gewissen zu erledigen. „Körperlich und phasenweise auch mental tut es mir jetzt gut.“

Architekturstudium als neuer lebensabschnitt
Was die Zukunft für Franziska Preuß bereithält? Ein Architekturstudium in Rosenheim. „Ich möchte mich in einer anderen Welt neu orientieren und weiterentwickeln“, erklärt sie. Ein radikaler Wechsel, der zeigt, dass die Biathlon-Ikone bereit ist, neue Herausforderungen anzunehmen und sich ganz dem Privatleben und neuen Interessen zu widmen. Die deutsche Sportwelt verliert eine Ausnahmeathletin, aber Preuß gewinnt die Freiheit, ihren eigenen Weg zu gehen – ein Weg, der weit über die Langlauflisten hinausführt.
