Premier-league-blockade: klubs fordern uefa-reform nach arsenal-show

Die ChampionsLeague bebt. Nachdem Arsenal die Gruppenphase zur eigenen Demonstration degradierte und als dominierendes englisches Team ins Viertelfinale marschierte, schlagen europäische Topklubs Alarm. Ihr Vorwurf: Der aktuelle Modus begünstigt die Premier League systematisch.

Der Kern der Empörung liegt im Losglück. Weil in Topf 1 drei Premier-League-Riesen lauerten, musste die UEFA verhindern, dass sich Engländer untereinander in der Vorrunde duellieren. Konsequenz: Die Konkurrenz aus Spanien, Italien und Deutschland zog massiv englische Gegner. Fünf der sechs Premier-League-Teams landeten am Ende in den besten acht Plätzen – ein Wert, der die restliche Europa-Elite aufschreckt.

Die uefa steht vor einem machtkampf

Laut BBC haben mehrere Klubs offiziell ein Treffen mit der UEFA angefordert. Ihr Wunsch: Landesinterne Duelle bereits in der Ligaphase erlauben, um die englische Übermacht zu brechen. Der Gedanke ist simpel: Je mehr englische Teams früh aufeinander treffen, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich in der Tabelle nach oben schieben.

Doch die UEFA zögert. Die Regel, dass Teams aus demselben Verband in der Vorrunde getrennt bleiben, galt jahrzehntelang als Heiligtum. Sie soll geografische Vielfalt garantieren und TV-Gelder fair verteilen. Jetzt wird sie zur Bremse gegen englische Dominanz.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, warum der Protest laut wird. In den letzten drei Saisons sicherte sich die Premier League 45 Prozent aller verfügbaren Gruppenplätze in den Top 8. Die Bundesliga kam auf magere 15 Prozent, La Liga auf 20. Für Klubs wie den FC Bayern oder Real Madrid bedeutet das: Um das Viertelfinale zu erreichen, müssen sie früher Top-Spiele liefern, während englische Teams theoretisch Punkte gegen vermeintlich leichtere Gegner sammeln.

Reform oder revolte – die uefa hat die wahl

Reform oder revolte – die uefa hat die wahl

Klubinsider sprechen bereits von einer „Stillen Allianz“ zwischen spanischen, italienischen und deutschen Topvereinen. Ihr Druckmittel: Die Drohung, künftig an einer Super League mitzumachen, soll die UEFA zwingen, nachzubessern. Die nächste Sitzung des Exekutivkomitees im Mai gilt als entscheidend.

Arsene Wenger, heute FIFA-Chefoffizier für Global Football Development, warnte kürzlich: „Wenn wir nicht aufpassen, wird die Champions League zur Premier-League-Show. Und das tötet das europäische Fußball-Ökosystem.“

Die UEFA steht also vor einem Dilemma: Entweder sie öffnet die Tür für Länderspiele in der Gruppenphase und riskiert den Zorn traditioneller TV-Partner, oder sie beharrt auf dem Status quo und lässt die Premier League weiterhin das Heft des Handelns bestimmen. Die Entscheidung fällt in wenigen Wochen – und sie wird den europäischen Klubfußball nachhaltig verändern.

Die Premier League lacht. Die Konkurrenten rebellieren. Und die UEFA? Die tickt.