Predators zittern, jubeln, siegen: jets-krimi bringt playoff-traum zurück

61 Sekunden noch, dann war alles weg. Dann war alles wieder da. Die Nashville Predators haben sich im Penaltyschiessen einen Punkt erkämpft, der in der Kabine wie ein Sieg klingt und in der Tabelle wie zwei. 4:3 gegen Winnipeg – und die Wildcard rückt auf zwei Zähler heran.

Roman josi spielt 27 minuten eiszeit, kreiert powerplay-tor

Der Schweizer Captain stand kurz vor dem Kollaps. Nicht körperlich – mental. Seine Scheibe flog 61 Sekunden vor Schluss noch über die blaue Linie, dann knallte Pierre-Luc Dubois zum 3:3 ein. Josi schlug die Handschuhe zusammen, stöhnte, drehte sich um und spielte im Shootout die entscheidende Vorlage. «Wir haben gezeigt, dass wir auch dann nicht kneifen, wenn das Eis brennt», sagt er nach 27:12 Minuten Eiszeit, länger als jeder Mitspieler.

Die Predators hatten die Partie lange kontrolliert. Filip Forsberg traf frisch aus dem Box zum 1:0, Cody Glass schlenzte das 2:1 ins Netz, und als Gustav Nyquist in Überzahl das 3:2 erzielte, schien die Airways Arena zu explodieren. Doch Winnipeg schlug zweimal zurück, einmal kurz vor der zweiten Pause, einmal kurz vor der Sirene. Die Jets wollten die Predators in die Provinz der Verlierer drängen, doch Juuse Saros parierte zwei Penaltys und ließ Matt Duchene den Winner ziehen.

Tabellensituation: nashville 81 punkte, jets 83 – saison noch fünf spiele

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Die Rechnung ist simpel: Wer jetzt stolpert, fliegt raus. Die Predators haben noch fünf Matches, darunter ein Rückspiel in Winnipeg und ein Heimduell gegen Colorado. «Wir müssen jeden Schritt mitnehmen, aber dieses Gefühl hier ist Treibstoff», sagt Trainer Andrew Brunette. Die Western Conference ist so eng wie ein Gummiband: Vier Teams trennen zwölf Punkte, drei Plätze sind noch frei.

Während Nashville jubelt, feiert Tampa Bay einen 6:2-Kantersieg in Seattle. Nikita Kucherov schraubt sich mit drei Toren und zwei Assists auf 113 Scorer-Punkte – beste Marke seit Jagr 2001. Brendan Hagel liefert vier Punkte, Janis Moser sammelt Plus-3. Die Lightning bleibt Dritter im Osten, aber der Blick geht schon nach Boston. «Wir wollen Home-Ice, nicht nur Teilnahme», sagt Kucherov knapp.

Für die Predators zählt nur der nächste Schritt. Die Uhr tickt, das Eis schmilzt, und in der Kabine von Nashville hängt ein handgeschriebenes Schild an der Wand: «No excuses, just inches.» Nach diesem Krimi sind sie wieder zwei Inches näher dran.