Predators schreiben märchen, ovechkin schreibt geschichte

Nashville Predators – vor Wochen noch Playoff-Außenseiter, heute heißster Anwärter auf das Conference-Finale. Die Elf von Roman Josi schlug Chicago 4:3 nach Verlängerung, feierte den vierten Sieg in Serie und rutschte dank eines 21-Punkte-Sprints in die Top-8 der West.

Josi, forsberg und ein schweizer mit schweizer präzision

Die Zahlen sind schon jetzt ein kleines Drama: Filip Forsberg war an drei Toren beteiligt, Josi kassierte 27:12 Minuten Eiszeit – kein Mitspieler stand länger auf dem Eis – und lieferte die Vorlage zum 2:2. Dass Janis Moser den Siegtreffer vorbereitete, passt ins Bild: Die Preds treffen in letzter Sekunde, weil hinten heraus die Scheibe sauber transportiert wird. Coach Andrew Brunette hatte nach dem Spiel nur einen Satz übrig: „Wir glauben einfach nicht mehr daran, zu verlieren.“

Die Blackhawks führten zweimal, kassierten aber in der 63. Minute den K.-o. durch Darren Raddysh. Chicago kassierte damit das dritte Overtime-Debakel innerhalb von acht Tagen und rutscht auf Rang 14 ab.

Ovechkins 1000. tor – und trotzdem nur nebenrolle

Ovechkins 1000. tor – und trotzdem nur nebenrolle

Während in Nashville Party-Stimmung herrschte, wurde in Washington Geschichte geschrieben – und prompt überschattet. Alexander Ovechkin jagt seit zwei Jahrzehnten Rekorde, am Montag schraubte er die nächste Marke auf: 1000 Karriere-Tore in der NHL, nur der dritte Spieler neben Wayne Gretzky und Gordie Howe. Sein One-Timer im Powerplay war typisch Ovi – Sekundenbruchteile nach Pass von John Carlson, flach, unhaltbar.

Dann kam die Verlängerung, dann kam Mikko Rantanen, dann kam die Niederlage. Die Caps verloren 3:4, bleiben trotz Ovechkins Kunstschuss außerhalb der Wildcard-Ränge. Die Arena feierte trotzdem, der Russe winkte kurz, ehe er in den Katakomben verschwand. „Tausend Tore sind schön“, sagte er, „aber wir brauchen Punkte.“

Die Tabelle lügt nicht: Washington hat vier Zähler Rückstand auf Detroit, Nashville dagegen nur noch zwei auf Dallas. Die Predators haben 13 Spiele Zeit, das Märchen in eine Conference-Final-Story zu verwandeln. Ovechkin jagt Gretzkys unerreichbare 894 Tore – aber vielleicht jagt er in zwei Monaten nur noch Geschichte, während Nashville um den Cup spielt.