Potsdam fegt nordhorn weg und schnürt den aufstiegstrail wieder auf
Der 1. VfL Potsdam hat am Freitagabend laut gegriffen und die 2. Handball-Bundesliga kurz durchgeschüttelt. 34:23 gegen Nordhorn-Lingen – ein Ergebnis, das wie eine Kampfansage klingt. Noch ist die Saison jung, aber die Brandenburger wissen: Jetzt zählt jeder Treffer doppelt.
Nils fuhrmann entzaubert den verfolger
Die HSG kam als Tabellenvierter, doch nach 60 Minuten wirkte sie wie ein verlorenes Aufbauklasse-Team. Fuhrmann war der Mann mit dem Feuer – acht Mal versenkte er den Ball, dreimal aus dem Rückraum, fünfmal vom Kreis. Nordhorn fand kein Mittel, weil Potsdam kein Mittelmaß zuließ. 20:15 zur Pause, 34:23 am Ende – das war kein Sieg, das war eine Demonstration.
Die Gäste? Nie in Führung, nie wirklich nah. Tarek Marschall schoss fünf Tore, aber seine Mitspieler verloren sich in Passspielen, die wie Schnapsideen wirkten. Trainer Jörg Lützelberger schüttelte nach Abpfiff nur den Kopf: „Wir haben den Potsdamer Rhythmus mitgetragen – nur falsch herum.“

Dormagen wackelt, gewinnt aber den krimi
Im Parallelspiel lieferten sich Dormagen und Hüttenberg ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das selbst die Hallendecke zum Schwitzen brachte. 30:29 – ein Tor Unterschied, der sich wie eine Klinge zwischen die Teams schob. Luca Krist war der Dormagener Dauergäster: neun Treffer, davon zwei in der letzten Minute, als Hüttenberg schon dachte, es gäbe Verlängerung. Für die Mittelhessen war es die dritte Niederlage nacheinander, und die Stimmen im Kabinengang klangen wie ein Aufwärmgerät mit Kurzschluss.

Hagen erledigt pflichtaufgabe mit galligkeit
Der VfL Eintracht Hagen hatte das Schlusslicht Oppenweiler/Backnang vor der Brust – und trat nicht auf die Bremse. 42:27, 24:15 zur Pause, danach ein Torfestival, das sich anfühlte wie ein Trainingsspiel mit Zuschauern. Pierre Busch traf zehn Mal, aber die eigentliche Geschichte war die kollektive Wut: Hagen wollte nach zwei Unentschieden endlich wieder jubeln und schickte den Gegner mit sieben Toren Rückstand nach Hause. Timm Buck erzielte sieben Gegentore – ein Trost, so hart wie ein Schluck warmer Cola.
Morgen geht die Liga weiter, doch der 24. Spieltag trägt schon jetzt die Handschrift der, die nach oben schauen. Potsdam hat die Kurskorrektur geschafft, Dormagen den Knoten geplatzt, Hagen die Selbstzweifel verjagt. Wer jetzt noch glaubt, die 2. Liga sei ein langweiliger Aufstiegsmarathon, hat Freitagabend nicht zugesehen.
