Porto wirft benfica bestechung vor: e-mail-skandal eskaliert vor prozess

Der portugiesische Fußball rast in den nächsten Skandal. Der FC Porto wirft dem Lissaboner Rivalen Benfica systematische Bestechung und Steuerbetrug vor – und liefert dafür die E-Mail-Beweise, die ein Gericht bereits als echt bestätigt hat.

Warum der streit jetzt explodiert

Am Montag beginnt der Prozess gegen Benfica wegen mutmaßlicher Manipulation von Spielen und Hinterziehung von Millionen. Statt sich zu verteidigen, attackiert der Klub den FC Porto juristisch: Er fordert, die Drachen wegen Verstoßes gegen die Datenschutzrichtlinie zu sperren. Die Antwort kam binnen Stunden. In einem wütenden Communiqué zieht der FC Porto die Maske runter: „Benfica will von eigenen Verfehlungen ablenken“, heißt es. Die Authentizität der veröffentlichten E-Mails sei längst erwiesen. Was zählt, ist der Inhalt.

Die Chronologie ist brisant. 2017 sickerten Tausende interne Nachrichten, in denen Manager des Clubs offenbar über Schiedsrichterbestechung und Schwarzgeld-Abläufe diskutieren. Die Porto-Anwälte griffen zu, veröffentlichten Auszüge – und wurden zivilrechtlich verurteilt, weil sie die Privatsphäre verletzten. Doch das Gericht bestätigte parallel, dass die Dokumente nicht gefälscht sind. Genau diesen Punkt zitiert der FC Porto jetzt mit Nachdruck.

Die Folgen sind weitreichend. Sollte sich der Vorwurf der aktiven Bestechung erhärten, droht Benfica nicht nur eine Punkteabzug-Saison, sondern der Lizenzentzug für internationale Bewerbe. Sponsor Nike prüft bereits, ob man den Vertrag kündigen kann. Die Börsennotierung der „Encarnados“ verlor seit Bekanntwerden der Ermittlungen 18 Prozent an Wert.

Was das für die liga bedeutet

Was das für die liga bedeutet

Die Primeira Liga steht am Abgrund. Längst schauen nicht mehr die Fans auf den Rasen, sondern auf die Anklagebank. Portugals Ministerpräsident Costa fordert eine unabhängige Task-Force, um die Glaubwürdigkeit des Profifußballs zu retten. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Sport sein Lieblingskind in den eigenen Reihen ausschaltet oder ob ein Deal hinter verschlossenen Türen den Schaden begrenzt.

Der FC Porto selbst spielt mit offenen Karten. Die Anwälte haben bereits angekündigt, weitere brisante Dokumente an die UEFA zu übermitteln. Für Benfica bleibt nur die Hoffnung, dass sich die Beweislage im Prozess doch noch als lückenhaft erweist. Die Wette ist hoch: Entweder die Adler fliegen weiter – oder sie fallen in die zweite Liga.