Porto peilt rekord gegen stuttgart an – thiago silva zurück im kader
Der FC Porto kann Geschichte schreiben. Gewinnt der Klub heute Abend (21 Uhr) das Rückspiel gegen den VfB Stuttgart, wäre es der fünfte Heimsieg in Folge in einem Europacup-Wettbewerb – eine Marke, die es in der 130-jährigen Vereinsgeschichte noch nicht gab. Das 2:1 im Hinspiel gibt den Portugiesen Rückenwind, aber Trainer Francesco Farioli will nichts dem Zufall überlassen.
„Wir bereiten uns so vor, als wäre das Hinspiel 0:0 ausgegangen“, sagt der Italiener. Kein Selbstvertrauen, kein Platz für Entspannung. Farioli rotierte in der Liga kräftig – acht Änderungen beim 3:0 gegen Moreirense –, um seine Stammkräfte fit zu halten. Die Taktik funktionierte. Die Mannschaft wirkte frisch, zielstrebig. Und das, obwohl der nächste Gegner schon wartet: Am Sonntag geht es zu Sporting Braga, dem Tabellendritten. Die Meisterschaft bleibt ein offenes Rennen.
Thiago silva kehrt zurück – und bringt mehr als nur erfahrung
Die Nachricht des Tages: Thiago Silva ist wieder da. Der 41-jährige Brasilianer war nach dem Tod seiner Mutter freigestellt worden, meldet sich nun aber zurück in den Kader. Seine Rückkehr ist mehr als ein emotionales Signal. Silva steht für Stabilität, für eine Verteidigung, die in dieser Saison schon 22 Mal zu Null gespielt hat. In 41 Pflichtspielen. Eine Zahl, die für sich spricht.
Porto kassierte in den letzten vier Europa-League-Spielen zwar immer mindestens ein Gegentor – doch die Statistik bleibt beeindruckend. Die Abwehr um Silva, Pepe und Co. ist das Rückgrat der Mannschaft. Und genau darauf wird es heute ankommen. Stuttgart wird alles nach vorne werfen, das 1:2 muss aufgeholt werden. Die Schwaben sind gefährlich, vor allem durch Deniz Undav, der im Hinspiel traf und in dieser Saison bereits 17 Tore erzielt hat.

Stuttgart unter druck – aber mit offenem visier
Die Lage ist klar: Der VfB muss gewinnen, mindestens zwei Tore schießen. Trainer Sebastian Hoeneß hat seine Elf umbauen, offensive Frische wird gefordert. Die Frage ist: Wie viel Risiko ist zu viel? Porto ist bekannt für seine schnellen Umschaltmomente, für Spieler wie Galeno oder Evanilson, die in Sekundenschnelle Räume eröffnen können.
Die Stimmung im Estádio Do Dragão wird kochen. 50.000 Fans werden ihre Mannschaft nach vorren peitschen. Für Stuttgart ist es die schwerste Aufgabe der Saison – aber auch eine Chance. Ein Auswärtssieg würde nicht nur das Viertelfinale bedeuten, sondern auch ein Exclamation mark im europäischen Wettbewerb setzen.
Am Ende zählt nur eins: Wer sich durchsetzt, tritt in die nächste Runde ein. Für Porto winkt der Rekord. Für Stuttgart der Befreiungsschlag. Thiago Silva wird dabei sein. Und er wird alles geben – für sich, für seine Mutter, für den Klub. Die Bühne ist bereit. Die Karten liegen offen. Jetzt entscheidet sich, wer weiterträumt – und wer nach Hause fährt.
