Boccia-final four in feltre: borgonese jagt den nächsten titel, noventa will die sensation
Am Samstag rollen in der Bocciofila Mugnai von Feltre die Kugeln, die über Triumph und Tränen entscheiden. Die Final Four der Serie A der Frauen versprechen zwei Tage Vollgas, live auf Topbocce.live – und einen neuen Meister, sollte Titelverteidigerin Borgonese stolpern.
Borgonese gegen bassa valle: revanche statt routine
Um 9 Uhr trifft Borgonese Gruppo Lai auf Bassa Valle Helvetia. Die Turinerinnen haben den Pokal bereits fünfmal gehoben, zuletzt 2025 in Biella mit einer Aufholjagd, die die Tribünen zum Kochen brachte. Doch die Bilanz dieser Saison spricht gegen sie: ein Sieg, eine Niederlage. Bassa Valle gewann in eigener Halle mit 15:9 und atmet Racheluft. Trainer Amilcare Giopp schickt seine Damen mit dem Selbstvertrauen einer Mannschaft, die weiß, dass ein Treffer gegen den Champion doppelt zählt.
Piero Pettigiani muss seine Spielerinnen auf Trab halten. Drei Titel in fünf Jahren – das wäre eine Dynastie. Aber Dynastien beginnen zu wackeln, wenn der Gegner die eigene Taktik besser kann. Die Partie von Pont-Saint-Martin (14:6 für Borgonese) dient nur noch als Warnung. Wer zu lange schläft, fliegt raus.

Noventa versus auxilium: die unbequeme wahrheit der favoriten
Nachmittags, 15 Uhr, betreten Noventa und Auxilium Bertolotto Porte die Bahn. 48 Punkte aus 17 Spielen, nur eine Pleite – Noventa lieferte eine Saison wie aus dem Lehrbuch. Dennoch: Final-Four-Böden sind ein anderes Mikrobiom. Die Kugel läuft anders, die Nerven liegen blank. Francesco Scapolan warnt vor Euphorie. „Die Tabelle wird eingefroren, die Punkte gelöscht“, sagte er vor Reportern in Treviso. „Jetzt zählt nur, wer zuerst 16 Punkte holt.“
Michela Perassi und ihr Auxilium haben 2024 bereits das Endspiel verloren, damals gegen Buttrio. Die Revanche ist kein Luxus, sondern Lebensversicherung. Die Piemontesinnen schicken eine doppelseitige Taktik: einerseits Tempo, andererseits Block. Keine Mannschaft war in dieser Saison öfter mit exakt 13:13 in Führung, bevor sie den Endspurt fand. Das macht sie unberechenbar – und gefährlich.

Finale am sonntag: 60 minuten purer adrenalin
Siegerin gegen Siegerin, 9 Uhr, Sonntagmorgen. Die Bocciofila Mugnai verwandelt sich in ein Kessel. Live-Stream, Kommentatoren, Kameras auf Augenhöhe – die Kugel rollt in Super-8-Zeitlupe über den Bildschirm. Für die Italiener ist Volo weit mehr als Präzision: es ist Schach mit Granit, Roulette mit Muskelkraft. Die Quote der Titelverteidigerinnen liegt traditionell bei 62 %, doch Statistiken schmelzen, wenn eine einzige Punktelücke das Blatt wendet.
Die Siegerin trägt nicht nur das Trikot des Meisters, sondern schreibt sich in die Chronik der Sportart ein. Für Noventa wäre es der erste Scudetto, für Bassa Valle der zweite, für Auxilium der Durchbruchnach zwei verlorenen Endspielen. Für Borgonese ein weiteres Kapitel in einem Buch, das langsam die Dicke eines Ziegelsteins erreicht. Die Kugeln sind rund, das Finale kurz – und die Geschichte wartet darauf, wer sie am Sonntag neu schreibt.
