Port vale demütigt sunderland: sensation nach 72 jahren

Es gibt Ergebnisse, die man dreimal liest, weil man ihnen nicht glaubt. Port Vale 1:0 Sunderland im FA Cup ist so eines. Ein Tabellenletzter der dritten englischen Liga schmeißt einen Zweitligisten mit Star-Aufgebot raus – und zieht dabei erstmals seit 1954 ins Viertelfinale ein. Siebzig Jahre Warten. An einem Sonntagabend einfach vorbei.

Das tor, das doppelt wehtut

Wer den Treffer erzielte, machte die Sache für Sunderland noch bitterer. Ben Waine, Neuseeländer, Stürmer, und bekennender Fan von Newcastle United – dem Erzrivalen der Black Cats. Der Mann netzte ein, riss die Arme hoch und zollte dabei ausgerechnet Alan Shearer Tribut, der Legende aus dem Lager des verhassten Feindes. Trainer Régis Le Bris dürfte diesen Jubel noch lange vor Augen haben.

Aber es war nicht nur das Tor. Port Vale hatte in den letzten sechs Begegnungen gegen Sunderland kein einziges Mal gewonnen. Der letzte Sieg gegen die Black Cats datierte aus dem Jahr 1997, damals noch in der alten Division One. Fast drei Jahrzehnte Durststrecke – und dann das.

57 Tabellenplätze unterschied, null argumente für sunderland

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Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. 57 Plätze trennen beide Klubs in der englischen Ligapyramide. Sunderland brachte ein Aufgebot mit, das auf dem Papier erdrückend überlegen wirkte. Auf dem Rasen war davon nichts zu sehen. Die Valiants kämpften, rannten, verteidigten – und ließen dem vermeintlichen Favoriten schlicht keinen Raum für Großmannssucht.

Für Port Vale ist dieser Einzug ins Viertelfinale mehr als ein Ergebnis. Es ist ein Beweis, dass der FA Cup noch immer das ist, was ihn groß gemacht hat: ein Wettbewerb, in dem Tabellen keine Rolle spielen, wenn ein Team bereit ist, alles zu geben. Die Valiants haben das gezeigt. Sunderland hat es auf die harte Tour gelernt.