Pöltl entzaubert die bulls und schießt die raptors in den playoff-kurs
Chicago – 30 Punkte Differenz, 17 Österreicher-Punkte, ein einziger Gedanke: Playoffs. In der United Center-Nacht zerlegten Jakob Pöltl und die Toronto Raptors die Bulls so gnadenlos, dass selbst die berüchtigte Chicago-Fanbasis vor der Schlusssirene in Richtung Ausgang trottete.
139:109 lautete die Ohrfeige, mit der die Kanadier ihren dritten Sieg in Serie perfekt machten und Platz fünf im Osten weiter zementierten. Pöltl, 20:59 Minuten auf Parkett, sammelte neben seinen 17 Punkten acht Rebounds, zwei Assists, ein Steal und einen Block – ein Statistik-Linien, die seine Wandlung vom soliden Rotationsspieler zum Katalysator unterstreicht.
Rj barrett liefert, pöltl kontrolliert die lüfte
Der Kanadier führte zwar mit 23 Punkten die Skorerliste an, doch die unterschwellige Story war die Dominanz am Brett. Toronto eroberte 54 Rebounds, neun mehr als Chicago, und Pöltl war mit fünf Offensiv-Boards der entscheidende Klebstoff in einem System, das seit dem All-Star-Break die beste Defensive der Conference zeigt. „Wir haben den Ball bewegt wie Wasser in einem Fluss“, sagte der Wiener nach dem Spiel, „und gleichzeitig jeden zweiten Schuss der Bulls gestört.“
Die Bulls hingegen wirkten wie ein Team, das die Playoff-Luft bereits ausstößt. Mit 29 Siegen und 38 Niederlagen rutschen sie immer tiefer in den Play-in-Sumpf, während Toronto bei 39-29 die direkte Qualifikation fest im Visier hat.

Denver wartet – und jokić schwächelt gerade
Am Freitag geht’s für die Raptors weiter nach Colorado, wo die Nuggets nach ihrer Blamage in Memphis mit offenen Fragen zittern. Nikola Jokić schaffte zwar 29 Punkte, aber auch zehn Turnovers – ein persönliches Desaster, das Pöltl & Co. schon im Video-Meeting durchdekliniert haben. Toronto gewann vier der letzten fünf Auswärtsspiele und ist das heißeste Reise-Team des Ostens.
Die Botschaft ist klar: Wer jetzt noch auf die Raptors trifft, kassiert eine Lektion in physischer Härte und Tempo. Pöltl nickt nur, als er gefragt wird, ob das Team seine Form noch vor den Playoffs erreicht hat: „Wir sind noch nicht am Peak, aber wir riechen ihn.“ Chicago konnte den Geruch bereits bestätigen – und atmet jetzt durch.
