Ukraine boykottiert paralympics-abschluss: flagge des staatsmörders wird gehisst
Die ukrainische Delegation wird am Sonntagabend nicht in Cortina d'Ampezzo stehen. Valeriy Sushkevych lässt seine Athleten weg, weil Russland die Abschlussfeier dominiert. Seine Wahl fällt hart aus: „Nein, niemals. Da wird die Flagge eines Staatsmörders gehisst.“
Der Präsident des Nationalen Paralympischen Komitees der Ukraine spricht mit der Deutschen Presse-Agentur und nennt die Spiele in Italien „die schlimmsten in der Geschichte“. Für ihn ist klar: Die russischen Goldmedaillengewinner haben ihre Erfolge nicht dem Volk, sondern Wladimir Putin gewidmet. Das mache sie zu Repräsentanten von Krieg und Terrorismus.

Litauen und estland ziehen nach
Auch die baltischen Nachbarn bleiben der Zeremonie fern. Litauens Delegation teilt mit: „Wir sind zutiefst enttäuscht über die Situation.“ Estland folgt dem Boykott, Tschechien, Finnland, Lettland und Polen hatten bereits vor Tagen signalisiert, dass sie die Eröffnungsfeier ausgelassen haben. Von 55 Nationen marschierten nur 28 mit Fahnen in Verona ein.
Die deutsche Mannschaft wird in Cortina vertreten sein – allerdings mit Einschränkungen. Die Skisportler, die in Tesero um Medaillen kämpfen, bleiben zwei Autostunden entfernt. Ihr Ausklang findet in Predazzo statt, abseits des offiziellen Show-Acts. Ein Sprecher des Teams spricht von einem „gemeinsamen Abschluss im kleinen Kreis“, der dennoch ein Zeichen der Solidarität setzen soll.
Die Paralympics enden mit einem Schlag ins Gesicht der Sportgemeinschaft. Die Bilder von fehlenden Flaggen werden überwiegen. Die Botschaft ist unmissverständlich: Solange russische Athleten ihre Medaillen einem Präsidenten widmen, der Krieg führt, bleibt der Sport nicht neutral. Er wird zur Bühne für Geopolitik – und die Ukraine spielt nicht mit.
