Skandal vor em-playoff: waliser coach soll bosnier absichtlich ausbremsen
Brondbys walisischer Trainer Steve Cooper steht unter Verdacht, Bosniens Mittelfeldspieler Benjamin Tahirovic vor dem EM-Playoff gegen Wales bewusst matchunfähig gemacht zu haben – ein Vorwurf, der den europäischen Fußball erschüttert.
Cooper isoliert tahirovic – bosnien schäumt
Nur 13 Minuten in den letzten vier Pflichtspielen. Kein Training mit der Mannschaft. Keine Erklärung für den 27-maligen Leistungsträger. Die Beweisliste, die Bosniens Teamchef Sergej Barbarez am Montagabend in Sarajevo vorlegte, klang wie ein Anklageschrift. „Was Tahirovic mir berichtet hat, grenzt an Sabotage“, sagte Barbarez. „Sein Club-Coach gratulierte ihm zu allem – nur nicht zur Nationalmannschaft.“
Die Timing-Falle ist perfekt: In zehn Tagen trifft Bosnien im Halbfinale der Playoffs auf Wales – genau jene Nation, deren Trainer Tahirovic auf der Bank schmoren lässt. Cooper, seit Januar in Kopenhagen verpflichtet, strich den 21-Jährigen aus „disziplinarischen Gründen“, wie Brondby mitteilte. Welche Gründe? Schweigen. Eine leere Seite im Spielerbericht.

Brondby dementiert – fifa prüft bereits
Sören Hanghøj, Kommunikationschef des dänischen Klubs, versuchte die Eskalation zu bremsen: „Die Entscheidung fiel gemeinsam mit Sportdirektion und Präsidium.“ Doch die Wortwahl ist auffällig: „nach der Länderspielpause“ werde sich „alles normalisieren“. Genau dann, wenn Bosnien bereits ausgeschieden oder im Finale stehen könnte.
Die FIFA hat Ermittler nach Kopenhagen entsandt. Präzedenzfälle sind rar, doch Artikel 5 der Statuten verbietet „jede Einflussnahme auf die Spielbereitschaft eines Nationalspielers“. Sollte sich der Verdacht erhärten, droht Cooper eine Sperre – und Brondby ein Transferverbot.
Für Tahirovic bleibt nur das Home-Training. Videos, die er in der vergangenen Woche an Freunde schickte, zeigen ihn auf dem leeren Kunstrasenplatz am Brondby Stadion – allein mit Ball und Frust. „Ich will nur spielen. Für mein Land. Für meine Familie“, sagte er in einem Audio, das TSV Pelkum Sportwelt exklusiv vorliegt.

Der bosnische verband zieht den joker
Barbarez hat bereits rechtliche Schritte angekündigt. „Wir prüfen, ob wir Tahirovic außer Konkurrenz für Brondby freistellen können“, so der Coach. Eine Utopie? Vielleicht. Aber ein Signal. Und ein Blick auf die Tabelle zeigt: Ohne Tahirovic gewann Brondby nur eines der letzten fünf Spiele. Die Formkurve des Vereins fällt – parallel zur Formkurve des Spielers.
Donnerstag, 21 Uhr in Zenica. Stadion Bilino Polje wird kochen. Ob Tahirovic dabei ist, entscheidet sich in den nächsten 72 Stunden. Sollte er fehlen, wird Bosnien nicht nur einen Fußballer vermissen – sondern auch ein Stück Glaubwürdigkeit im Kampf gegen die vermeintliche Macht der Klubs.
Die UEFA zeigt sich still. Doch hinter den Kulissen arbeitet ein Krisenstab. Denn was in Kopenhagen passiert, ist mehr als ein Streik – es ist ein Testfall für die Souveränität der Nationalteams. Wenn Klub-Coaches künftig über Playoff-Teilnehmer entscheiden, ist das Ende von Länderspielen besiegelt.
Die Zeit läuft. Und Tahirovic wartet – zwischen zwei Fronten, zwischen zwei Trikots, zwischen dem Recht auf Sport und der Macht der Strategen.
