Schiedsrichter-skandal erschüttert den italienischen fußball!

Ein neuer Vorwurf des Manipulation in der italienischen Schiedsrichter-Szene droht, den italienischen Fußball in seinen Grundfesten zu erschüttern. Guido Alfonsi, Präsident der Schiedsrichtervereinigung Aia in L’Aquila, hat einen Brandbrief an die Staatsanwaltschaft und den federführenden Ermittler Maurizio Ascione geschickt – ein Schritt, der die ohnehin angespannte Lage weiter verschärft, insbesondere im Zuge der Ermittlungen gegen den ehemaligen Schiedsrichter-Koordinator Gianluca Rocchi.

Verdachtsmomente bei der beurteilung von ferrieri caputi

Im Zentrum des Vorwurfs steht die Beurteilung der Leistung von Maria Sole Ferrieri Caputi beim Spiel Lazio gegen Pisa. Alfonsi behauptet, dass die ursprünglich für dieses Spiel vorgesehene Beobachterin Andrea Antonelli kurzfristig zu einem anderen Spiel, Napoli gegen Udinese, versetzt wurde. Stattdessen wurde Sandro Rossomando eingesetzt, der Ferrieri Caputi mit einer Note von 8,40 bewertete – eine Bewertung, die unterhalb der erforderlichen Schwelle für die Top 20 der Schiedsrichter liegt und somit zu deren Ausschluss aus dem Kreis der Leistungsträger führte.

Die Konsequenz: Die vermeintliche Versetzung von Dionisi, ebenfalls aus der Sektion L’Aquila, aus dem Kreis der Schiedsrichter der CAN A-B. Alfonsi sieht hier eine „offensichtlich geplante“ Vorgehensweise und spricht von einer „unerträglichen Ungerechtigkeit“. Die Staatsanwaltschaft hat bereits ein Verfahren eingeleitet, um die Vorwürfe zu prüfen.

Rapuano im visier – ein netz aus abhängigkeiten

Rapuano im visier – ein netz aus abhängigkeiten

Die Situation wird noch komplexer, wenn man bedenkt, dass die Entscheidung über die Disqualifikation von fünf Schiedsrichtern ansteht. Andrea Rapuano, derzeit auf Platz 20 der Rangliste, könnte durch eine nachträgliche Änderung der Bewertung von Ferrieri Caputi aus dem Rennen fallen. Dies hätte wiederum zur Folge, dass Dionisi, obwohl penultimo, im Amt bliebe. Ein fragiles Gleichgewicht, das die Vorwürfe der Manipulation noch brisanter macht.

Die FIGC hatte zuvor die Idee eines Kommissariats aufgrund negativer Stellungnahme des Collegio di Garanzia dello Sport aufgegeben. Nun droht eine heiße Sommerpause, während der die Staatsanwaltschaft alle Beteiligten befragen und die entsprechenden Dokumente prüfen wird. Dino Tommasi, der Interim-Koordinator, könnte ebenfalls in den Fokus der Ermittlungen geraten.

Alfonsi spricht Klartext: „Die Art und Weise, wie Dionisi aussortiert wurde, lässt selbst bei wohlwollender Betrachtung Fragen offen. Die Bewertung von 8,40 ist die einzige, die Dionisis Ausschluss zweifellos herbeigeführt hätte.“ Er betont, dass die Bewertung von Ferrieri Caputi „zweifellos von oben“ beeinflusst worden sein muss, angesichts ihrer tadellosen Leistung.