Geovani: brasilien-legende stirbt mit 62 – bologna trauert
Ein Schock für den brasilianischen Fußball und die Anhänger von Bologna: Geovani da Silva, einst gefeierter Mittelfeldspieler und Hoffnungsträger, ist im Alter von 62 Jahren in seiner Heimat Vila Velha verstorben. Seine Karriere, die ihn von Vasco da Gama über Bologna bis nach Karlsruhe führte, wird nun von Erinnerungen an außergewöhnliches Talent und unvergessliche Momente geprägt sein.
Der „tiro scagliato dalla luna“ in florenz
Geovani, dessen vollständiger Name Geovani José da Silva lautete, hinterlässt eine Lücke in der Fußballgeschichte. Sein einziges Kapitel in Europa, bei Bologna unter dem damaligen Trainer Maifredi in der Saison 1989/90, ist untrennbar mit einem Moment verbunden, der in die Annalen des Fußballs einging: ein unglaubliches Tor aus rund 30 Metern Entfernung gegen die Fiorentina im November 1989. Ein Schuss, der aus dem Nichts zu kommen schien, ein „Tiro scagliato dalla luna“, wie ihn die italienischen Medien nannten – ein Moment der Magie, der ihn für immer in Erinnerung bleiben ließ. Landucci im Tor der Fiorentina, Baggio und Dunga in der Abwehr – die Besten der Besten sahen dem Treffer hilflos zu.
Neben diesem spektakulären Tor gelangen Geovani in seiner einzigen Saison in Bologna noch zwei weitere, einmal gegen Ascoli in der Serie A und einmal im Coppa Italia. Doch die Anpassung an das italienische Spiel war offenbar nicht einfach. Die Intensität und der Rhythmus unterschieden sich stark von dem, was er aus Brasilien kannte. Nach einem Leihgeschäft bei Karlsruhe kehrte er schließlich in seine brasilianische Heimat zurück, wo er seine Karriere im Jahr 2002 beendete.

Von vasco da gama zur politik
Geovani war eine Ikone von Vasco da Gama, wo er in drei verschiedenen Phasen seine Klasse unter Beweis stellte. Doch sein Einfluss beschränkte sich nicht nur auf den Fußball. Nach seiner aktiven Karriere wagte er den Schritt in die Politik und übernahm ein politisches Amt in Brasilien – ein Zeichen seines Engagements für sein Land und seine Gemeinschaft. Bologna hatte ihn für rund 10 Millionen Euro erworben, eine Summe, die damals für Aufsehen sorgte, da der Verein überzeugt war, einen der fünf besten Spieler der Welt verpflichtet zu haben. Obwohl es nicht alles Rosen war, wurde Geovani in Bologna schnell zu einem Idol.
Der Verein würdigte ihn als „zentralen Mittelfeldspieler mit herausragender Spielübersicht und Torinstinkt“. Er trug die brasilianische Nationalmannschaft 21 Mal und erzielte dabei drei Tore. Vor seinem Wechsel nach Bologna hatte er bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul für Aufsehen gesorgt und sich damit in den Fokus der europäischen Vereine gespielt.
Ein Jahr zuvor, im Jahr 2023, postete Geovani ein Foto mit der brasilianischen Flagge und gratulierte Bologna zum Gewinn des Coppa Italia. Die Fans errichteten sogar einen Spruchband „Testimoni di Geovani“ zu seinen Ehren. Sein Vermächtnis lebt weiter – ein Vermächtnis des Talents, der Leidenschaft und des unvergesslichen Moments in Florenz.
