Kastening rückt für zerbe ein: dhb-team muss gegen ägypten umbauen

Handball-Bundestrainer Alfred Gislason muss beim ersten Auftritt nach der EM-Silbermedaille improvisieren. Lukas Zerbe fällt aus, Timo Kastening kehrt zurück. Die Message ist klar: Selbst nach einem Turniercoup bleibt der Kader in Bewegung.

Ein jahr pause, jetzt die rückkehr

Knapp zwölf Monate hat es gedauert, bis Timo Kastening wieder ins Nationalteam gespült wurde. Sein letztes Länderspiel datiert vom Mai 2025, die Gegner hießen Schweiz und Türkei, es ging um EM-Qualifikationspunkte. Nun steht der 30-Jährige vor seiner zweiten Chance – und muss sofort liefern. Gislason setzt auf die Routine des Rechtsaußen, der in Melsungen aktuell 6,9 Tore pro Spiel wirft und sich damit in die Top-10 der Bundesliga-Torschützen gearbeitet hat.

Die Lehrgangswoche in Dortmund und Bremen ist mehr als ein Test. Ägypten ist Afrikameister, spielt ein Tempo, das europäische Teams oft überrascht. Die Partien am 19. und 22. März dienen dem Trainerteam als Gradmesser für die physische Frische der EM-Helden. 14 der 17 Nominierten standen in Januar noch in Kroatien auf dem Podest – doch die Silbermedaille verleiht kein Startrecht.

Die frage der rotation

Die frage der rotation

Gislason nutzt die Länderspielpause konsequent zur Rotation. David Späth und Lasse Ludwig teilen sich den Kasten, Juri Knorr reist als einziger Legionär aus Aalborg an. Die Belastungssteuerung ist das zentrale Thema: Nach der EM folgt der Club-Alltag, danach wieder Nationalteam. Wer jetzt nicht läuft, verliert Anschluss. Lukas Zerbe erlebt das am eigenen Leib – seine Adduktoren reagieren auf die Doppelbelastung, der THW-Kieler muss passen.

Für Kastening ist der Einsatz ein Sechser im Lotto. Er kennt Gislasons Anforderungen, schafft es aber seit Monaten nicht in den erweiterten Kreis. Die Quote: 35 Länderspiele, 72 Treffer. Gegen Ägypten kann er seine Quote aufpolieren – und sich für die kommenden WM-Qualifikationen empfehlen. Die Konkurrenz auf seiner Position schläft nicht: Tom Kiesler und Franz Semper sind jünger, wurden in der EM-Vorbereitung bereits getestet.

Die Westfalenhalle und die ÖVB-Arena in Bremen sind ausverkauft. 26.000 Fans wollen sehen, ob die EM-Frische gegen afrikanische Athletik reicht. Die Antwort liefert der Court am 19. März ab 18:15 Uhr – live auf ProSieben. Danach steht die Auswertung an: Wer bleibt, wer fliegt? Der Kader für die WM-Qualifikation im Juni wird ohne Gnade zusammengestellt. Kastening weiß: Zwei Spiele, ein Ticket. Mehr braucht es nicht – und mehr Zeit gibt es auch nicht.