Italiens europa-krise: atalanta raus, fünfte champions-league-startplatz futsch

Die letzte italienische Fahne ist gesunken. Mit Atalantas Aus im Achtelfinale der Champions League steht Italiens Klubfußball vor dem Absturz auf Platz fünf des UEFA-Fünfjahreswertung – und das bedeutet: Der Traum von fünf Champions-League-Teilnehmern ist so gut wie tot.

Portugal schießt vorbei – 18,3 zu 17,9 punkten

Lange hatte die Serie A den Blick nach vorne gerichtet, doch nun schaut sie in den Abgrund. Sporting Lissabon und Braga schlugen in der Nacht auf Dienstag zurück: Die Löwen drehten beim 2:1-Sieg gegen Bodo/Glimt ein 0:1-Hinspiel, Braga schickte Ferencváros mit einem 4:0 nach Hause. Das Ergebnis: Portugal springt auf 18,3 Saisonpunkte, Italien bleibt bei 17,9 stehen.

Die Konsequenz ist ein Schlag ins Kontor für jeden Klub, der nächstes Jahr international starten will. Denn nur die beiden besten Ligen Europas dürfen zusätzlich einen fünften Verein ins Millionen-Rennen schicken – und Italien rutscht immer weiter weg: England (23,8), Spanien (19,5) und Deutschland (18,6) sind außer Reichweite, Portugal jetzt auch.

Nur noch roma, bologna und fiorentina können punkte sammeln

Nur noch roma, bologna und fiorentina können punkte sammeln

Verbleibende Hoffnungsträger: Roma und Bologna in der Europa League sowie Fiorentina im Conference League. Doch selbst wenn alle drei bis ins Finale marschieren würden, bliebe die Lücke zur Primeira Liga. Die Mathe ist gnadenlos: Italien müsste mindestens 0,4 Punkte aufholen, dazu bräuchte es Siege im Sechspunkt-Rhythmus – und selbst das garantiert keine Umkehr, weil Portugal ebenfalls noch zwei Mannsellen im Rennen hat.

Für Stefan Fischer von TSV Pelkum Sportwelt ist klar: „Das ist keine Momentaufnahme, sondern der Ausdruck eines Strukturproblems. Die Serie A schläft beim Marketing, beim Stadionerlebnis, bei der Nachwuchsarbeit. Solange die Klubs nicht in Infrastruktur und Sportwissenschaft investieren, wird die Liga nur noch Zuschauer im europäischen Wettbewerb sein.“

Die UEFA-Kasse stimmt mit, denn jeder Platz weiter unten kostet Millionen. Fällt Italien auf Rang fünf, verringern sich die TV-Gelder und Startprämien – ein Teufelskreis, der künftige Transfers und Trainingsbedingungen drückt. Die Zeit läuft: Bereits in der kommenden Saison könnte der fünfte Champions-League-Platz endgültig Geschichte sein.