Iran droht wm-aus: fifa prüft nachrücker aus asien
Die Kriegstreibereien im Nahen Osten schlagen auf dem Rasen durch. Irans Team um Coach Amir Ghalenoei steht vor dem Aus, bevor die WM in den USA losrollt. Grund: die Eskalation nach dem iranischen Angriff auf Israel. Spielplan, Sicherheitslage, politische Moral – nichts passt mehr zusammen.

„Wir dürfen nicht mehr von der wm träumen“
Das sagt niemand Geringerer als Mehdi Taj, Präsident des iranischen Verbandes, gegenüber Varzesh3. Kein Appell, kein Bekenntnis – nur nackte Resignation. Die Liga im Land ruht, die Champions-League-Spiele im Westen Asiens wurden verlegt, und die Route der Nationalmannschaft führt eigentlich nach Los Angeles und Seattle. Doch statt Gegneranalyse gibt es Lageberichte. Statt Taktikboard Kriegskarte.
Die FIFA reagiert mit Schweigen. Generalsekretär Mattias Grafström formulierte es so: „Zu früh für Details, wir beobachten.“ Dahinter steckt ein Protokoll-Paragraf: Force Majeure, politisch verhinderter Start, Ausfall wegen höherer Gewalt. Die Rechtsabteilung in Zürich prüft, nicht der Spielplan. Denn die Konsequenzen zieht der Konflikt selbst.
Fall Iran: Wer rückt nach? Die Logique verlangt einen asiatischen Ersatz. Kandidat Nummer eins: Irak. Am 31. März winkt den Iraqi Lions das Interkontinental-Playoff gegen den Sieger Bolivien/Suriname. Noch stehen sie außerhalb, doch ein Sieg und ein offizielles Iran-Forfait könnten sie innerhalb von 48 Stunden ins Flugzeug nach Kalifornien bugsieren. Ein anderer Name taucht in WhatsApp-Gruppen auf: Italien. Die Azzurri um Coach Gennaro Gattuso bangen wieder um die Qualifikation. Die FIFA aber wird keine Wildcard an eine europäische Großmacht verschenken, wenn die eigene Continent-Gruppe längst abgeschlossen ist.
Was bedeutet das für die Gruppe G? Belgien und Neuseeland planen bereits Sicherheitsgespräche mit US-Behörden. Ägypten prüft, ob man das Trainingscamp von Los Angeles nach Dallas verlegt, um Protesten aus dem Weg zu gehen. TV-Rechtehalter rechnen mit Einschaltquoten-Minus, sollte Iran ausfallen – die asiatische Reichweite bröckelt. Und Wettanbieter haben Iraks Siegchance im Playoff von 3,4 auf 1,9 gekürzt. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ein Kontinent das andere ersetzt.
Der Countdown läuft: In elf Tagen beginnt das Turnier. Die Entscheidung über Irans Teilnahme fällt vermutlich innerhalb der nächsten 72 Stunden, sobald die diplomatischen Lufträume klar sind. Sollte das iranische Kriegsschiff wirklich abdrehen, wird Irak wohl umsteigen – und die WM bekommt eine neue Geografie, ehe der erste Ball rollt.
