Frank schmidt zieht die notbremse: „kein tropfen mehr aus der zitrone“
Frank Schmidt redet nicht länger um den heißen Brei herum. Der Coach von 1. FC Heidenheim stellt seine Profis vor die Wahl: entweder restliche Saison mit glühenden Herzen spielen oder in die Zweitklassigkeit rutschen. Mit zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsrang nach 25 Spieltagen klingt das wie ein letztes Gewehr vor dem Abstiegsgrab.
„Es geht um den Anstand, die Selbstlosigkeit, auch dem Wettbewerb gegenüber, alles zu geben“, schleuderte Schmidt am Freitag in die Mikrofone und klang dabei wie ein Lehrer, der die Klassenarbeit zurückgibt und weiß, dass das Zeugnis nicht mehr zu retten ist. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gastiert die Mannschaft bei Eintracht Frankfurt – ein Ort, an dem Heidenheim in dieser Saison noch nicht gewann.

„Eigentlich“ ist für schmidt ein mülleimer-wort
Die Floskel, die Elf mache es „eigentlich gut“, ignoriert der 51-Jährige konsequent. „Eigentlich ist kein Wort, das eine Situation gut beschreibt. Weil es bedeutet, dass man es ja nicht gemacht hat.“ Mit anderen Worten: Wer sich mit halben Sachen zufriedengibt, fliegt raus aus der Bundesliga-Riege. Schmidt fordert Spieler, die „brennen für die Aufgabe“, und droht mit personellen Konsequenzen, sollte das Feuer ausbleiben.
Dabei sieht er sich selbst nicht als unfehlbarer Heilsbringer. „Die Mannschaft ist immer ein Spiegelbild des Trainers“, betonte er und stellte sich damit selbst an den Pranger. Die Fans applaudieren ihm trotzdem – was ihn nicht blendet. „Wir sind ja nicht der 1. FC Frank Schmidt.“
Die personelle Lage verschärft sich zusätzlich. Leonidas Stergiou fällt mit einem Muskelbündelriss aus, Tim Siersleben und Christian Conteh sind krank. Schmidt muss also mit einem reduzierten Kader in die Main-Metropole reisen – und mit einer letzten Message: „Am Ende muss ich sagen können: Da kam kein Tropfen aus der Zitrone mehr raus, wenn ich sie ausgepresst habe.“ Ob die Saison danach noch Saft enthält, entscheidet sich in den nächsten neun Spielen.
