Rom sagt ja: as und lazio bekommen 60.000-zuschauer-arena für em 2032
Roms Stadtrat hat den da Vinci der Fußballstadien abgenickt: 60.000 Zuschauer, 1,2 Milliarden Euro, fertig bis 2032. Die Fanblock-Lautsprecher von AS Rom und Lazio Rom schweigen noch – sie wollen das Olimpico erst verlassen, wenn der letzte Spatenstich erfolgt ist.
Warum der beschluss nur die halbzeit ist
39 von 44 Räten stimmten am Freitag für die Machbarkeitsstudie, die im Nordosten der Stadt, im Viertel Pietralata, ein neues Stadion aus dem Boden stampfen will. Doch die Regionalregierung Latium muss noch grünes Licht geben, und die Umweltbehörde hat wegen der umliegenden Naturparks ein Wörtchen mitzureden. Erst wenn diese Hürden genommen sind, darf der Bagger rollen – voraussichtlich 2025.
Der Zeitplan ist knapp wie ein Lazio-Konter. Die UEFA verlangt von Italien noch in diesem Jahr fünf EM-Spielorte. Rom will mit zwei Arenen glänzen: dem Olimpico für die Eröffnung und dem Neubau für ein Halbfinale. Die alte Dame von 1953 soll danach nur noch Konzerte und Leichtathletik beherbergen.
Die Vereine träumen seit Jahrzehnten von Trennung. AS-Präsident Dan Friedkin hat bereits 300 Millionen Eigenkapital zugesagt, Lazio-Chef Claudio Lotito pocht auf eine eigene 50.000er-Arena am anderen Stadtrand. Doch beide wissen: Wer zuerst baut, bestimmt den Zeitplan der UEFA.

Der preis der modernität
Jedes Ticket soll digital, jede Bratwurst per App bestellbar sein. Doch die echten Ultras fragen sich, ob sie in der neuen Fortress ihre Choreografien überhaupt noch zeigen dürfen. Die Tribünen sind steiler, die Sicherheitszonen größer, das Bier teurer. Für viele ist das neue Stadion ein Einkaufszentrum mit Rasen.
Die Zahlen sind trotzdem brutal: 60.000 Sitzplätze, 120 Logen, ein Dach, das sich in acht Minuten schließen lässt. Die Baukosten explodierten innerhalb von zwölf Monaten von 800 Millionen auf 1,2 Milliarden Euro. Die Stadt zahlt nicht mit, die Clubs müssen alles stemmen – inklusive neuer U-Bahn-Linie und Parkhaus für 4.000 Autos.
Roberto Gualtieri, Bürgermeister von Rom, spricht von „einem Jahrhundertprojekt“. Was er verschweigt: Ohne die EM 2032 gäbe es keinen Investor. Die UEFA ist der Zünder, Italien derzeit der angeschlagene Patient. Nach Ceferins „beschämend“-Schrift zieht Rom die Notbremse – und hofft, dass der Rasen pünktlich wächst.
2027 soll der erste Pfahl stehen, 2031 der letzte Sitz. Dann werden sich AS und Lazio endlich die Hand geben – und getrennte Wege gehen. Bis dahin bleibt das Olimpico ein provisorisches Zuhause, das keine der beiden Seiten wirklich liebt. Die Fans? Sie zählen die Tage, an denen sie nicht mehr gemeinsam schreien müssen.
