Dfb wirbelt den ehrentag auf: 30 helfer fliegen zum pokalfinale
Am 23. Mai wird Berlin zum Herzstück des deutschen Fußballs – und zwar nicht nur wegen des Endspiels um den DFB-Pokal. Der Verband lädt genau an diesem Tag 30 Ehrenamtler ein, die sonst im Schatten der Arenen stehen, auf eine Reise, die sich gewaschen hat: drei Tage Hauptstadt, Workshops mit Nationalspielern, Stadionbesuch inklusive.
Warum der dfb plötzlich stiftungen wirft
Der Trick dahinter ist so einfach wie effektiv. Die Stiftungen Egidius Braun, Sepp Herberger und die Nationalmannschafts-Stiftung schieben sich vor den Karren der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, kurz DSEE. Die wiederum hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den „Ehrentag“ aus der Taufe gehoben. Ergebnis: Der DFB spielt sich als oberster Förderer der Gemeinschaft auf, ohne einen Cent Startgebühr zu verlangen. Vereine melden ihre Aktionen auf www.ehrentag.de an, Interessierte klicken sich in die Mitgliederlisten – alles digital, alles kostenlos.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf liefert dazu den Spruch des Tages: „Das Ehrenamt ist das Rückgrat des Fußballs.“ Klingt nach Standard, ist aber ein gezielter Seitenhieb gegen Politiker, die sich gern mit Fachkräftemangel und Infrastrukturdefiziten brüsten. Denn der Sport steckt laut Neuendorf 1,7 Millionen Helfer:innen – mehr als jeder andere Bereich in Deutschland.

Von der provinz in die limousine
Die 30 Gewinner des Lehrprogramms bekommen mehr als nur Applaus. Vom 22. bis 24. Mai wohnen sie im Hotel, diskutieren mit DFB-Funktionären über Vereinsmanagement, Nachwuchsförderung und Datenschutz. Krönender Abschluss: Eintritt zum Pokalfinale, inklusive Anreise mit Mannschaftsbussen, die sonst nur Profis kennen. Bewerben kann sich jeder, der mindestens zwei Jahre unentgeltlich arbeitet – egal ob Frauen- oder Seniorenabteilung, Kassenwart oder Co-Trainer.
Die Botschaft ist klar: Wer sich quält, soll auch belohnt werden. Und der DFB? Der sichert sich Loyalität für die nächste Gebührenrunde. Denn ohne Ehrenamtler gäbe es keinen Nachwuchs, keine Fanclubs, keine Geburtstagstorten für den Schiedsrichter. Kurz: keinen Fußball, wie wir ihn kennen.
Die Frist läuft bereits. Wer mit nach Berlin will, muss sich bis spätestens 10. Mai auf www.dfb-stiftungen.de registrieren. Die Plätze sind begrenzt, die Konkurrenz schläft nicht. Und wenn am 23. Mai die Nationalhymne ertönt, stehen 30 Menschen im Mittelkreis, die sonst hinter dem Zaun stehen. Ein kleiner Sieg gegen die Vergessenheit – und ein großer Tag für den Amateurfußball.
