Gladbach bangt um den klassenerhalt: wolfsburg wird zur schicksalswaffe

Die Fohlen stehen mit dem Rücken zur Wand. Nur fünf Punkte trennen Borussia Mönchengladbach vom Relegationsplatz – und das, obwohl die Saison bereits 30 Spieltage zählt. Jetzt droht im niedersächsischen Wolfsburg der finale K.o.

Schröder zieht die notbremse: „wir müssen in der wagenburg bleiben“

Rouven Schröder redet klartext. Drei Zähler aus den letzten vier Partien? „Das reicht nicht, um ruhig zu schlafen“, sagt der Sportdirektor. Statt Jammern fordert er kollektiven Selbstschutz: „Wer außerhalb des großen Kreises steht, ist nicht gefragt.“ Die Botschaft ist klar – interne Ränkespiele sind jetzt Luxus, den sich der Klub nicht leisten kann.

Die Zahlen sind gnadenlos. Seit dem 2:0 gegen St. Pauli – damals noch als Lichtblick gefeiert – kassierte Gladbach in vier Spielen sieben Gegentore und schoss nur zwei. Die Folge: Platz 13, punktgleich mit Köln, Hamburg und Bremen. Ein Sieg in Wolfsburg würde den Vorsprung auf Rang 16 auf acht Punkte erhöhen und die Atemspiration verlängern. Eine Niederlage? Dann droht der Blick auf die rote Zone am letzten Spieltag.

Honorat unter druck: vertrauen als letzte waffe

Honorat unter druck: vertrauen als letzte waffe

Franck Honorat spürt den Atem der Kritik im Nacken. Flattert, sucht, verliert – seine Statistik seit Wochen. Eugen Polanski greift dennoch zur Psychologie: „Wir kriegen ihn mit Vertrauen wieder in Form.“ Der Franzose trainierte intensiv, soll links die Schnittstelle zu Plea öffnen und dabei helfen, Wolfsburgs umgestaltete Viererkette unter Druck zu setzen. Ohne ihn fehlt Tempo im Umschaltspiel, mit ihm drohen Ballverluste. Ein Balanceakt, der über die Saison entscheidet.

Tim Kleindienst läuft noch hinterher. Nach seiner Meniskus-OP fehlt der 1,95-m-Stürmer im Mannschaftstraining. Trotzdem flüstert der DFB-Zirkus: WM-Ticket möglich. Polanski bestätigt, „dass Gespräche laufen“, doch ohne Spielpraxis bleibt es ein frommer Wunsch. Für Gladbach wäre er die Option B, wenn es in den letzten Minuten auf hohe Bälle ankommt.

Diks und castrop tapern auf bewährung

Diks und castrop tapern auf bewährung

Kevin Diks musste die Belastung reduzieren, trainierte teils einzeln. Der dänische Innenverteidiger wird aber reisen, denn Friedrich ist gelbgesperrt und Itakura kämpft mit Oberschenkelproblemen. Jens Castrop laboriert an muskulären Nachwehen, soll aber über die volle Distanz gehen. Polanski verlangt: „Er muss sich durchbeißen, wenn’s rau wird.“ Rau wird’s garantiert – Wolfsburg braucht ebenfalls Punkte, um den Anschluss an das Mittelfeld nicht zu verlieren.

Die letzte Begegnung endete mit einem 3:1 für die Wölfe, damals noch unter Kovac. Nun steht Ralph Hasenhüttl an der Seitenlinie, setzt auf hohes Pressing und Umstellungen von 4-4-2 auf 3-5-2 während des Spiels. Gladbach wird mit einem flexiblen 4-2-3-1 antreten, das in die Doppel-Sechs mit Weigl und Reitz stabilisiert werden soll. Der Plan: früher Ballgewinn, schnelle Diagonalbälle auf Honorat und Ngoumou, um die Wolfsburger Außen runderneuern. Durchbricht diese Taktik nicht, drohen Konter über Wind und Marmoush – beide zusammen erzielten 16 Saisontore.

Stimmung trotz kater: „lachen ist erlaubt“

Stimmung trotz kater: „lachen ist erlaubt“

Schröder erlaubt trotz Kater gute Laune. „Wenn einer Mittwoch fröhlich ist, stört das keinen“, sagt er. Polanski ergänzt: „Man muss spüren, dass wir das, was wir tun, lieben.“ Die Botschaft: Lockerheit als Gegengift zum Abstiegsstress. Ob das reicht, wird sich am Samstag um 15.30 Uhr zeigen. Verlieren verboten – sonst wird die Wagenburg zur Glashütte.

Die Bilanz gegen direkte Konkurrenten spricht für Gladbach: seit acht Spielen keine Niederlage. Doch das ist Makulatur, wenn die eigene Chancenverwertung weiter bei 0,9 Toren pro Partie verharrt. Die Wahrheit liegt im Strafraum – und dort müssen sich die Fohlen endlich wieder beißen. Sonst wird aus der Wagenburg ein Abstiegswrack.