Pokalfinale in gefahr? gelb-sperren-poker vor den halbfinals

Ein Paukenschlag für alle Fußballfans: Während die Halbfinalisten des DFB-Pokals aktuell ohne große Gelb-Sorgen ins Rennen gehen, droht im Finale am 23. Mai eine überraschende Personalrochade. Aleksandar Pavlovic von Bayer Leverkusen balanciert auf einem schmalen Grad – eine weitere Verwarnung könnte ihm die Teilnahme am prestigeträchtigen Endspiel in Berlin nehmen.

Die halbfinals ohne sperren-sorgen

Für die Fans von Bayer Leverkusen, dem FC Bayern München, dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg gibt es zunächst einmal Grund zur Erleichterung. Die Spieler beider Teams haben sich in den bisherigen Spielen der Pokalsaison weitgehend zurückhaltend verhalten, sodass keine Akteure aufgrund von zu vielen Gelben Karten das Halbfinale am kommenden Mittwoch und Donnerstag verpassen müssen. Das ist eine willkommene Nachricht, angesichts der Spannung, die von diesen Spielen ausgeht.

Ein regelwerk, das kopfschütteln lässt

Ein regelwerk, das kopfschütteln lässt

Doch die Ruhe könnte trügerisch sein. Denn die DFB-Pokal-Regeln bezüglich Gelb-Sperren wirken auf den ersten Blick mindestens verwunderlich. Während im Ligabetrieb die Sperre nach fünf Gelben Karten gängige Praxis ist, wird im Pokal jede Verwarnung von Runde zu Runde addiert. Das bedeutet, dass ein Spieler bereits im Halbfinale eine Gelb-Sperre einhandeln muss, um im Finale auszufallen – ein Szenario, das angesichts der Bedeutung des Endspiels kaum nachvollziehbar ist.

Die UEFA geht hier einen anderen Weg. Im Champions League, dem europäischen Spitzenwettbewerb, werden Gelbe Karten nach dem Viertelfinale gelöscht, wodurch Gelb-Sperren im Finale nahezu ausgeschlossen sind. Vincent Kompany, der Trainer des FC Bayern, hat dies bereits mehrfach kritisiert. Er selbst ist aktuell von einer Gelb-Sperre betroffen, nachdem er im Viertelfinale gegen Real Madrid seine dritte Gelbe Karte erhalten hat und das Halbfinal-Hinspiel von der Seitenlinie aus verfolgen muss.

Ein pokal-irrgarten

Ein pokal-irrgarten

Seit der Einführung des aktuellen DFB-Pokal-Regelwerks im Jahr 2000 ist es keinem Spieler gelungen, sich im Pokal eine Gelb-Sperre zu ersparen. Es stellt sich die Frage, ob diese Praxis wirklich im Sinne des Wettbewerbs ist, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Bundesliga mit 34 Spielen pro Saison deutlich mehr Möglichkeiten für Gelb-Sperren bietet als der DFB-Pokal mit seinen sechs Partien von der ersten Runde bis zum Finale.

Die Faszination des Pokalfußballs lebt von der Spannung und Unvorhersehbarkeit. Ein Regelwerk, das zu konstruierten Sperren führen kann, trübt dieses Bild. Es bleibt zu hoffen, dass der DFB seine Regelungen überdenkt, um die Attraktivität des Wettbewerbs zu erhalten und sicherzustellen, dass die besten Spieler im Finale auf dem Platz stehen – und nicht aufgrund einer skurrilen Regelbestimmung zu Hause sitzen.