Pokal-duell: kann freiburg die stuttgarter pokal-fluch brechen?
Die Erinnerungen sind noch wach: Vor 13 Jahren brach Matthias Ginter am Boden der Stuttgarter Arena zusammen, während die Schwaben den Einzug ins Pokalfinale feierten. Am Donnerstag kommt es zur Neuauflage dieses dramatischen Halbfinales – und Freiburg will den Spieß umdrehen. Der VfB empfängt den Sport-Club, und die Geschichte schreit nach einer Wende.
Ein blick zurück: dramatik, jubel und elfmeterschießen
Fünf Duelle, vier Siege für Stuttgart – die Bilanz spricht eine deutliche Sprache. Doch die Pokalspiele zwischen den Erzrivalen sind stets von Dramatik geprägt. Das erste Aufeinandertreffen 1996 endete im Elfmeterschießen, das Freiburg verlor. Der damalige VfB-Torwart Franz Wohlfahrt avancierte zum Helden, als er den entscheidenden Elfmeter parierte. Ein Bild, das den Freiburgern bis heute in die Knochen geätzt ist.
Auch 2000 war das Duell ein Nervenkrimi. Erst in der Verlängerung schoss der Rumäne Viorel Ganea den VfB zum knappen Sieg. Die Stuttgarter, damals in Abstiegssorge, scheiterten kurz darauf am späteren Pokalsieger Schalke 04. 2013 war es dann wieder so weit: Ginter weinte, Labbadia jubelte.
Die jüngsten Begegnungen brachten ebenfalls Spannung: 2020 sicherte Sasa Kalajdzic den Sieg für Stuttgart, und im September 2013 feierte Freiburg einen ersten Pokalsieg gegen den VfB. Doch die Vergangenheit zeigt: Auch vermeintlich klare Favoriten können im DFB-Pokal scheitern.

Ginter: „es wird wieder auf kleinigkeiten ankommen“
Der erfahrene Matthias Ginter, der einzige Spieler, der 2013 bereits auf dem Platz stand, warnt vor einem Selbstüberbewusstsein. „Berlin ist das Ziel, aber Stuttgart ist eine gute Mannschaft“, sagt er im Gespräch mit SWR Sport. „Es wird wieder auf Kleinigkeiten ankommen.“ Der 32-Jährige weiß, dass die Freiburger eine geschlossen Leistung abrufen müssen, um die Stuttgarter Abwehr zu knacken.
Neben Ginter gehört auch der ehemalige Freiburg-Kapitän Julian Schuster nun zum Trainerstab der Breisgauer. Seine taktischen Kniffe könnten entscheidend sein, um den VfB zu neutralisieren. Die Erwartungen sind hoch, der Druck ist spürbar – aber die Freiburger wollen sich davon nicht blenden lassen.
Die Stuttgarter, frisch von der Niederlage beim FC Bayern, sind gewarnt. Sie müssen zeigen, dass die Pleite in München kein Zufall war und dass sie auch im Pokalformat ihre Stärken abrufen können. Ein Fehler kann hier das Aus bedeuten – und die Erinnerung an Ginters Tränen vor 13 Jahren wieder wach werden lassen. Die Chance auf den Pokaltriumph und damit auf die Qualifikation für die Europa League ist groß, die Geschichte will geschrieben werden.
Die Arena wird brennen, die Fans werden ihre Mannschaften unterstützen – und am Ende wird es wieder auf wenige entscheidende Momente ankommen. Wer wird die Nerven behalten und den Einzug ins Pokalfinale feiern? Die Antwort gibt der Rasen am Donnerstagabend.
