Pokal-aus! wolfsburg stoppt eintracht-frauen – traum vom double zerplatzt
Ein Aufschlag, ein Abpraller – fertig. Svenja Huth trifft, Frankfurt fliegt. Mit einem 0:1 beim VfL Wolfsburg ist die Eintracht aus dem DFB-Pokal geflogen und muss sich fragen lassen, warum ausgerechnet die alte Schwäche wieder zuschlug: Chancen wuchsen, Tore blieben aus.
Die szene, die alles entschied
35. Minute. Elisa Senß will klären, trifft den Ball nicht sauber – und Huth donnert das Leder aus 14 Metern ins Netz. Dazwischen noch die unglückliche Berührung von Nina Lührßen, die Richtung ändert und Luise Altenburg keine Chance lässt. Eine Szene, so kurz wie schmerzhaft. Bis dahin hatten die Hessen das Spiel bestimmt, danach jagten sie einem Rückstand hinterher, der sich nicht mehr aufholen ließ.
Laura Freigang köpft nach vier Minuten frei ein – knapp drüber. Lührßen zieht in der 23. Minute ab – Merle Frohms pariert. Freigang wieder, diesmal per Kopf nach Ecke – diesmal die Latte. Die Statistik nach 45 Minuten: 0:1, weil Frankfurt vorne zündet, hinten aber einen Funke reicht.

Zweite hälfte: dauerdruck, aber kein durchbruch
Niko Arnautis stellt um, schickt Barbara Dunst für mehr Durchschlagskraft. Die Eintracht spielt sich in den Strafraum, doch die letzte Passage bleibt ein Rätsel. Dunst flankt, Freigang verpasst. Dunst zieht ab, Frohms klärt. Dunst wieder, diesmal blockt Kathrin Hendrich im letzten Moment. 61. Minute: Freigang steht blank, schießt – und trifft nur Frohms’ Fuß. Die Wolfsburger Abwehr steht wie ein Betonklotz, die Frankfurter Ideen versanden im Gewühl.
Die Uhr tickt, die Nerven blank. Reuteler holt Gelb für ein taktisches Foul, Memeti zirkelt eine Ecke auf den Kopf von Doorsoun – drüber. Nachspielzeit: Dunst noch einmal, Schuss – abgeblockt. Abpfiff. Kein Jubel, nur ein dumpfer Schlag ins Kontor.

Was bleibt: europa-league-hoffnung und bittere erkenntnis
Die Eintracht verliert nicht nur ein Spiel, sondern die Chance auf das erste Pokalfinale seit 2024. Die nächste Trophäe kann frühestens im Mai kommen – wenn es gegen BK Häcken im Halbfinale der Europa League klappt. Die Partien am 25. März und 2. April werden zum Saisonziel, doch die Lektur von Wolfsburg nagt: Ohne Killerinstinkt vor dem Tor wird auch in Schweden nichts zu holen sein.
Trainer Arnautis sprach von „kleinen Details“, die den Unterschied machten. Die Wahrheit ist weniger bequem: Frankfurt dominierte 60 Minuten, kassierte aber das Tor – und verpasste es, selbst einzunetten. Die Saison ist nicht vorbei, der Pokal aber schon. Und der nächste Gegner wartet nicht, sondern schießt einfach drauf.
